„Vinaria Trophy 2017“: Beste Weine prämiert. Am Dienstagabend ging im Palais Niederösterreich in der Wiener Herrengasse die Verleihung der „Vinaria Trophy 2017“ über die Bühne. Das Burgenland räumte bei den Rotweinen ab. Ernst Triebaumer wurde für sein Lebenswerk geehrt.

Von Redaktion noen.at. Update am 01. Februar 2017 (13:42)

Diese wird traditionell von der bekannten Fachzeitschrift „Vinaria“ vergeben, heuer erstmals in dreizehn Kategorien – das sei dem „Qualitätsschub des österreichischen Weines geschuldet“, so Geschäftsführer Erwin Goldfuss. Neben der Prämierung der Sieger der Verkostungen wurde außerdem Ernst „E.T.“ Triebaumer (Rust am Neusiedlersee) für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

NLK Reinberger
Landeshauptmann Erwin Pröll (rechs) gratulierte Ernst und Grete Triebaumer aus Rust am Neusiedlersee, die für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurden.
 

Lebenswerk-Trophy an „E.T.“

„Für seine herausragende Vorreiterrolle in Sachen Rotwein aus Österreich“, begründet Vinaria-Herausgeber Erwin Goldfuss die Entscheidung. Eine Trophy zum Geburtstag sozusagen, wird der Preisträger doch im kommenden Juni seinen 70. Geburtstag feiern.

Ernst Triebaumer reiht sich damit in die Topkategorie von Vinaria ein, in die erst wenige große Winzerpersönlichkeiten Aufnahme finden konnten: Josef Jamek (+) und Franz-Xaver Pichler aus der Wachau, Anton Kollwentz aus dem Burgenland,  Karl Fritsch sen. vom Wagram und  Manfred Tement aus der Südsteiermark.

Pröll als Weinpate für Grünen Veltliner

NÖ Landeshauptmann Erwin Pröll fungierte traditionell als Pate der Kategorie „Grüner Veltliner“ und überreichte die Gold-, Silber- und Bronzetrophäen an die Sieger dieser Kategorie.

Bei den klassischen Weißwein-Kategorien Grüner Veltliner und Riesling war es diesmal ein sehr spannendes Trophy-Rennen. Es stand der reife, kraftvolle Jahrgang 2015 am Prüfstand – dementsprechend umkämpft waren die Spitzenplätze.

GrüVe & Riesling: Bründlmayer-Festspiele

Beim Grünen Veltliner siegte mit Ried Lamm vom Weingut Bründlmayer ein Kamptaler Spitzenwein vor Bernhard Ott vom Wagram (NÖ) – Gold-Trophy-Gewinner der beiden vergangenen Jahre mit seinem Wein vom Feuersbrunner Spiegel. Ex-aequo Dritte sind Leo Alzinger aus Loiben und Birgit Eichinger aus Strass im Kamptal.

Auch bei den Rieslingen feierte Willi Bründlmayer einen Sieg, mit seinem Lyra von der Ried Heiligenstein. Auf den Plätzen Martin Nigl aus Senftenberg mit seinem Pellingen Privat und der Spitzer Franz-Josef Gritsch mit der Reserve vom Kalkofen, einem erstmals gefüllten Wein und damit ein absoluter Senkrechtstarter.

Sauvignon Blanc & Pinot Blanc

Bei den Sauvignon Blancs, traditionell meist eine Domäne der Steirer, gab es große Überraschungen: Wien siegte vor dem Burgenland. Das Weingut Mayer am Pfarrplatz reüssierte mit seinem Sauvignon „Hernals“ aus 2015, knapp vor der toll gereiften 2012er-Selection von Hammer Wein aus Rust. Am dritten Platz landete das Weingut Erich & Walter Polz mit „Therese“, die damit die Ehre der Steiermark retteten.

Beim Weißburgunder feierte der Wachauer Topwinzer Rudi Pichler einen Sieg mit seinem Kollmütz Smaragd vor dem Traisentaler Star Ludwig Neumayer mit dem Wein vom Stein und Alexs – Weingut Schreiner aus Gols mit der Holzacker Reserve. Alle Weine waren Jahrgang 2015.

Trinkgenuss in Weiß und Rosa

In der heuer erstmals vergebenen Kategorie „Leicht & fruchtig“ konnte ein Rosé aus der Weststeiermark überraschend den ersten Platz erobern: Stefan Langmann siegte mit seinem Schilcher Klassik 2015. Dahinter folgten zwei elegante Rieslinge aus Kamptal und Wachau: Oskar Hager aus Mollands mit seinem Ried Seeberg sowie Karl Lagler aus Spitz mit 1000 Eimerberg Selection – beide aus dem Jahrgang 2015.

Burgenland beherrscht die Roten

Wurde die Kategorie Rot reinsortig in den letzten Jahren immer wieder von der Sorte Blaufränkisch dominiert, so gab es diesmal eine große Überraschung. Das Weingut AmSee aus Gols stellt mit Cabernet Sauvignon Alter Satz aus dem tollen Rotweinjahrgang 2012 den höchstbewerteten Rotwein überhaupt. Dahinter folgten mit Günter Triebaumers 2013 Oberer Wald und Erich Giefings Reserve 2012 zwei Blaufränkische, beide aus Rust.

Bei den Cuvées reüssierte mit dem „G“ 2012 vom Deutschkreutzer Weingut Gesellmann ein bereits mehrfach ausgezeichneter Blend, gleich dahinter ebenfalls aus Deutschkreutz Silvia Heinrich mit ihrem Elegy 2012 vor dem Ruster Weingut Feiler-Artinger mit Solitaire 2013.

Süße Versuchung

Die Kategorie „Süß“ umfasst Spätlese, Auslese und Beerenauslese, bei denen der Restzucker moderat bis mittelhoch ist und Edelfäule weniger bis keine Rolle spielt. „Edelsüß“ umfasst die Botrytiskategorien Ausbruch und Trockenbeerenauslese ebenso wie hochgradige Eisweine und Strohweine, wo die Konzentration durch Verdunstung erzielt wird.

In der Kategorie „Süß“ feierte der Kamptaler Willi Bründlmayer wie im vergangenen Jahr einen Doppelsieg mit seinen beiden 2013er-Lagen-Auslesen vom Lamm (Grüner Veltliner) und Steinmassel (Riesling). Bronze gab es für die Sauvignon Blanc Beerenauslese 2015 vom Angerhof Tschida aus Illmitz.

In der Kategorie „Edelsüß“ gingen die ersten beiden Plätze ebenfalls nach Niederösterreich:  Franz Proidl siegte mit seiner herausragenden Trockenbeerenauslese (TBA) vom Riesling aus 2015, dahinter landete die Riesling-TBA 2015 von Schloss Gobelsburg. Platz 3 ging an die 2013er Chardonnay Nektaressenz TBA vom Weingut Haider aus Illmitz.

Wunderbar gereift

Die Vinaria Trophys für gereifte Weine werden aus Verkostungen mit älteren Jahrgängen gebildet, deren Ernte mindestens vier Jahre zurückliegt. Bei den Weißen stand der hochreife und mit hervorragendem Potenzial ausgestattete Jahrgang 2012 im Fokus. Hier gab es einen Doppelsieg und wieder schlug das Langenloiser Weingut Willi Bründlmayer zu! Es siegte der Grüne Veltliner Käferberg vor dem Riesling Heiligenstein Alte Reben, dritter wurde Vorjahrssieger Weingut Jamek aus Joching mit seinem Grünen Veltliner Achleiten Smaragd.

Beim Rotwein war der kühle Jahrgang 2010 Thema, und auch hier zeigten die heimischen Spezialisten, dass sie in derart herausfordernden Jahrgängen tolle Weine machen können: Den Sieg holte sich das Weingut Paul Kerschbaum aus Horitschon mit der Cuvée Impressario vor Andi Kollwentz aus Großhöflein mit seinem Blaufränkisch Eichkogel. Den dritten Rang teilten sich Gerhard Pittnauer aus Gols mit St. Laurent Alte Reben und das Weingut Schloss Halbturn mit Cuvée Jungenberg.

Prickelnde Stars

Angesichts der Tatsache, dass jüngst die österreichische Sektlandschaft komplett neu aufgestellt wurde, entschloss sich Vinaria, wieder eine Sondertrophy für heimische Sekte zu vergeben, wobei die Top-Kategorie „Große Reserve“ im Mittelpunkt stand.

Den Sieg trug einmal mehr der aus Schrattenberg im Weinviertel stammende Sektspezialist Christian Madl mit einem 2010er Blanc des Blancs davon. Madl holte sich zusätzlich mit der Oenothek 2006 auch den zweiten Platz. Rang 3 für den Matthäi 2012 vom Weingut Stift Klosterneuburg.

Brenner des Jahres

Bei den Edelbränden setzten sich wie erwartet renommierte Destillateure durch, die weltweit hohes Ansehen für ihre grandiosen Edelbrände genießen: Der Oststeirer Alois Gölles siegte vor Anton Vogl vom Guglhof aus Hallein. Den dritten Platz teilten sich Reinhard Wetter aus Missingdorf im Weinviertel und der Kärntner Valentin Latschen von der Brennerei Pfau in Klagenfurt. Die Destillate-Trophy wird im Unterschied zu den Weintrophys für eine Gesamtwertung vergeben.

Nähere Informationen: www.vinaria.at