Wo die goldenen Erdäpfel wachsen. Seit Generationen steht die Familie Schwarzl aus Starnwörth für Erdäpfel von bester Qualität. Heuer wurde sie dafür erneut mit dem „Goldenen Erdapfel“ ausgezeichnet.

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion und Christiane Fürst. Erstellt am 21. November 2020 (04:19)
Regelmäßig legen Vater und Sohn Schwarzl Hand a und prüfen die Qualität ihrer Erdäpfel am Feld.
Christiane Fürst

Sollen es preisgekrönte Bio-Erdäpfel sein, für den Salat, die Knödel oder die Pommes? Dann ist man auf jeden Fall bei Familie Schwarzl in Starnwörth an der richtigen Adresse.

Dem Betrieb geht eine lange Familientradition voraus, die bereits 1683 im benachbarten Eggendorf ihren Anfang genommen hat. 1803 folgte dann der Umzug zum heutigen Standort in Starnwörth. Und über die vielen, vielen Jahre hinweg war der Erdäpfelanbau immer ein wichtiges Standbein. Wobei es nicht immer leicht war.

LK NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager (rechts) und LK NÖ-Vizepräsident Lorenz Mayr (links) im Gespräch mit Landwirt Hermann Schwarzl.
LK NÖ/Georg Pomassl

„Es ist auch mit viel Aufwand und Einsatz verbunden. Wo manche einen leichteren Weg eingeschlagen haben, haben wir viel harte Arbeit leisten müssen“, erinnert sich Hermann Schwarzl. Vor allem in der Zeit ohne maschinelle Hilfe bei der Bewirtschaftung sei die körperliche Anstrengung sehr groß gewesen – damals wurde nämlich noch mit Körben am Feld gearbeitet. Abhilfe schaffte 1962 die große „Errungenschaft“ der ersten Maschine für die Kartoffelernte. Mit dieser Investition wuchs der Betrieb auch flächenmäßig. In den 70er-Jahren stiegen die Schwarzls schließlich in die Speiseindustrie ein und belieferten drei Jahrzehnte lang die Pommesproduktion in Hollabrunn. Seit 2001 orientiert man sich aber nur noch am Frischmarkt und nicht mehr an der Industrie.

Nachhaltige Qualitätssicherung

Von der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft: Schon jetzt ist nämlich klar, dass der Betrieb noch weiter in der Familie bleiben wird. Denn Hermann jun. wird die Landwirtschaft übernehmen! „Aus Spaß und Interesse“, wie er sagt. Der Initiative des Juniors ist es auch zu verdanken, dass der Anbau seit 2015 biologisch erfolgt. Und dann erzählt der Junior voller Stolz von der fünfjährigen Fruchtfolge auf den Feldern, von der Winterbegrünung und dem Zwischenfruchtanbau. Und vom wichtigen Nachhaltigkeitsgedanken. Und er erzählt von dem größeren Aufwand und den vermehrten Arbeitsschritten in Handarbeit. Und er bestätigt: „Dafür bekommen wir höhere Produktpreise.“ Und was er noch von seinen Eltern und diese von ihren Vorfahren gelernt haben: „Dass man arbeiten muss, um gutes Geld verdienen zu können, und dass man qualitativ hochwertig produzieren muss, um dem Markt gerecht zu werden.“

Lokalaugenschein am Feld: Vater und Sohn Schwarzl jäten händisch Unkraut und überprüfen, ob die Knollen schon geerntet werden müssen. Das machen sie mindestens einmal in der Woche, um gute Qualität gewährleisten zu können. Weitere Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Betrieb sind regelmäßige Fortbildungen, damit man auf dem technisch besten Stand bleibt, und die Anschaffung eines neuen Lagers mit Kühlung.

Seit Generationen steht die Familie Schwarzl aus Starnwörth für Erdäpfelvon bester Qualität. Heuer wurde siedafür erneut mit dem „Goldenen Erdapfel“ausgezeichnet.
Christiane Fürst

Apropos Kühlung: Das Gegenteil, nämlich die Hitze und damit einhergehend die Trockenheit, ist immer wieder Thema und bereitet Sorgen. Eine Teil-Lösung hat der Betrieb schon seit über 40 Jahren parat: Die Hälfte der Schwarzl-Felder kann schon bewässert werden. An der vollständigen Lösung des Problems arbeitet Hermann jun. als Obmann der Wassergenossenschaft Oberwagram. Vor allem für das Hauptprodukt – den Erdapfel – ist, so der Bauer, eine gleichmäßige Bewässerung wichtig, da es ansonsten zu Deformationen kommt. Ein weiterer Lösungsansatz: Die Schwarzls probieren auch neue, hitzeunempfindliche Sorten aus, wie zum Beispiel die Süßkartoffeln. Natürlich ebenfalls von höchster Qualität.

Auszeichnungen und Vertrieb

So auch die Kartoffelsorte „Valdivia“, die von der Familie bereits seit über fünf Jahren angebaut wird und auch schon einige Male ausgezeichnet wurde. Zum letzten Mal war dies im März bei der Verleihung des „Goldenen Erdapfels“ der Fall, als die Sorte den zweiten Platz erreichte. Übertrumpft wurde sie nur von der Sorte „Belmonda“, ebenfalls aus dem Hause Schwarzl. „Die Auszeichnungen zeigen, dass man auf dem richtigen Weg ist und gute Qualität produziert, die die Kunden schätzen“, freut sich Hermann junior.

Als Vertriebsweg wird vor allem der Direktvertrieb genutzt: In der „Bio-Box“ vor dem Haus der Schwarzls sind hauptsächlich Erdäpfel, Süßkartoffeln und Kürbiskerne zu erstehen. Ebenfalls werden Direktvermarkter und Bio-Lokale beliefert. Langfristig sei es das Ziel, den Direktvertrieb weiter auszubauen, um unabhängig vom Großhandel sein zu können. Nach dem Design des neuen Logos ist für die kommenden Jahre ein Social- Media-Auftritt angedacht, der den Konsumenten einen Blick hinter die spannenden Kulissen geben soll.

hermannschwarzl@hotmail.com