Himberg: Erfolgreich trotz Krisen 

Erstellt am 23. Mai 2022 | 04:47
Lesezeit: 3 Min
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Der Himberger Hauptplatz im Jahr 1924. Seither hat sich so einiges getan.
Foto: Gemeinde Himberg
Zeit der Weltkriege bildete Tiefpunkte in Himbergs Geschichte. Man verlor jedoch nicht den Mut.
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Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, als Österreich von einer Monarchie in eine Demokratie überging, stand die Gemeinde Himberg vor einem Neuanfang, denn die vom Krieg gezeichnete Bevölkerung stand vor dem Nichts. 

Die Einwohnerinnen und Einwohner Himbergs verloren allen Hindernissen zum Trotz jedoch nicht den Mut, sich aus der Krise wieder zu erheben. Die Gemeindevertretung unterstütze die Bevölkerung dabei mit Notgeld, da aufgrund des Metallmangels keine Münzen mehr geprägt werden konnten. 1925 errichtete die Gemeinde zudem die ersten als Sozialbauten bezeichneten Gemeindewohnungen, um der herrschenden Wohnungsnot entgegenzutreten.

Zwei Jahre später, im Jahr 1927, errichtete man am heutigen Gelände des Waldbades ein sogenanntes „Badhaus“, um den Himbergerinnen und Himbergern eine Möglichkeit zur Körperhygiene zu geben. Eingefleischte Bewohnerinnen und Bewohner nennen das Waldbad auch heute noch so. Und auch der Sport wurde gefördert:  1934 errang der dem „Himberger Kraftsport Verein“ angehörige Fritz Haller den Weltmeistertitel im Gewichtheben.

Am 10. April 1938 nahm der bis dato erfolgreiche Wiederaufbau allerdings ein Ende. An diesem Tage wurde Himberg, zusammen mit 96 weiteren Umlandgemeinden, nach Wien eingemeindet und verlor damit seine Selbstständigkeit. Erst am 1. September  1954 wurde die heute zweitgrößte Gemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha wieder eigenständig. 

Viele der mühsam errungenen Verbesserungen wurden durch den Krieg zerstört. Sogar eine Bronzestatue zu Ehren der im 1. Weltkrieg Gefallenen sowie die Kirchenglocken wurden durch die Wehrmacht beschlagnahmt. Bombentreffer und Plünderungen durch die russische Besatzungsmacht  brachten einen weiteren Tiefpunkt in Himbergs Geschichte.

Der spätere Bürgermeister Friedrich Lux erreichte durch geschickte Verhandlungen mit den Besatzern ein Ende der Repressalien und Plünderungen und begann mit dem Wiederaufbau. Kriegsschäden wurden beseitigt, neue Gemeindewohnungen geschaffen und die Triesting wurde reguliert, um die Ortschaft künftig vor Hochwasser zu bewahren.

Ab den 1960er-Jahren erreichte Himberg nach und nach sein heutiges Aussehen. Kanalisierung, Straßenbau, Elektrifizierung und die Parzellierung von Gemeindegründen brachten einen regelrechten Bauboom in Himberg.  Straßenbau und Investitionen in soziale Einrichtungen wie Kindergarten und Gemeindewohnungen machten Himberg nach und nach zu einem begehrten Wohnort.

1971 wurde Velm ein Teil der Gemeinde, im Jahr darauf folgte Pellendorf. Nach und nach siedelten sich immer mehr Handwerks- und Handelsbetriebe an, welche für Arbeitsplätze und einen annehmbaren Wohlstand sorgten. 

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