100 Tage: Stadtchef zeigt sich zufrieden. Interview / Offen, ehrlich, transparent und gemeinsam will Gerhard Frauenberger agieren. „Nächsten 100 Tage werden sicher nicht fad!“

Von Andreas Fussi. Erstellt am 13. März 2014 (23:59)
Das Red-Power-Eis am Foto bekam er im Zuge von Verhandlungen mit der WSA - übrig gebliebener Eisvorrat, der bei der Tischtennis-EM von Eskimo zur Verfügung gestellt worden war.
NOEN, Fussi
Von Andreas Fussi

Am 25. November 2013 wurde Gerhard Frauenberger, SPÖ, zum neuen Bürgermeister von Schwechat gewählt. Am 5. März war er 100 Tage im Amt – seine erste Zwischenbilanz fällt positiv aus.

NÖN: Seit Dienstantritt werben sie damit, offen, ehrlich und transparent gestalten zu wollen. Ist das aufgegangen?
Gerhard Frauenberger: Von Anfang an habe ich diese Grundsätze eingehalten und alle im Gemeinderat vertretenen Parteien eingeladen an der Zukunft Schwechats mitzuarbeiten.

Was konnten Sie in ihrer Amtszeit schon erledigen?
Frauenberger: Drei wichtige Punkte wurden schon erfolgreich bewältigt: Die Umfinanzierung des Multiversums, womit der Stadt Schaden von bis zu zehn Millionen Euro erspart blieben; die strategische Haushaltskonsolidierung und die Beantwortung des Rechnungshof-Rohberichtes gemeinsam mit allen Fraktionen im Gemeinderat – auf das bin ich stolz, denn das ist bislang einmalig in Österreich. Ganz wichtig ist mir auch, dass ich einen Polizeiabbau in Schwechat verhindern konnte. Die Bevölkerung kann sich weiter sicher fühlen.

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NOEN, Fussi

Was sind die wichtigsten Aufgaben für die kommende Zeit?
Frauenberger: Es geht jetzt darum, den Betrieb im Multiversum weiter abzusichern; das Auswahlverfahren für einen neuen Geschäftsführer ist abgeschlossen, nun muss der beste Kopf gefunden werden. Aus den 128 Bewerbern kommen demnächst die besten zehn Damen und Herren zum Hearing. In die Kommission sind auch die Gesellschafter geladen. Ich hoffe, dass wir noch im März einen neuen Geschäftsführer auserwählt haben. Der zweite ganz wichtige Punkt ist die strategische Haushaltskonsolidierung, die wir bis zum Sommer fertig haben wollen. Selbstverständlich sind alle Parteien eingeladen, dabei mitzuarbeiten. Außerdem sind noch ein Drittel der Anregungen des Rechnungshofes umzusetzen. Wir werden und das mit der Verwaltung anschauen, wie man eine Verbesserung schafft. Die nächsten 100 Tage werden sicher nicht fad!

Wie gehts dann mit dem Multiversum weiter?
Frauenberger: Mit der neuen Geschäftsführung sollen neue Veranstaltungen in die Halle gebracht und die Organisation und die Abläufe optimiert werden. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Übernahme aller Gesellschaftsanteile durch die Stadt. Ein Ansatz ist auch, mithilfe eines Sponsors einen neuen Hallennamen zu finanzieren.

Ist die Gemeinderatswahl im März 2015 schon ein Thema in der Stadt?
Frauenberger: Jetzt steht noch die strategische Haushaltskonsolidierung und die Aufarbeitung des Rechnungshofberichts im Mittelpunkt. Das ist mit viel Arbeit für alle Fraktionen verbunden. Gemessen wird man auch daran, wie intensiv man sich in die Arbeit einbringt. Da habe ich mir nichts vorzuwerfen. Die Einsparungen sind nicht in Stein gemeißelt, es gilt gemeinsam alle Ideen zu bündeln, zu diskutieren und eine Umsetzung herbeizuführen. Die Zusammenarbeit mit der Opposition wird immer wieder auf die Probe gestellt. Mein Angebot zur Zusammenarbeit steht nach wie vor.