Schwadorf kämpft mit Rattenplage. Nager tauchen vermehrt im Ort auf. Gemeinde reagiert und engagiert Kammerjäger. Aber man appelliert auch an die Bevölkerung.

Von Max Stepan. Erstellt am 28. Juli 2021 (05:04)
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Symbolbild
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Seit einigen Wochen waren viele ungebetene Gäste zu Gast im Gemeindegebiet von Schwadorf. Die Rede ist von Ratten, die in der Vergangenheit vermehrt in der Gemeinde zur Plage wurden. Aufmerksame Bürger beobachteten dabei bereits untertags die Nagetiere und nahmen Kontakt mit der Gemeinde auf.

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Bürgermeister Jürgen Maschl
privat

Um diese Situation so rasch wie möglich auch wieder zu beseitigen, hat die Gemeinde die Firma „Ab die Taube“ kontaktiert, um im Ortsgebiet Köder auszulegen“, erklärt SPÖ-Bürgermeister Jürgen Maschl (kl. Foto) im Gespräch mit der NÖN: „Die Kammerjäger der Firma sind bereits einige Jahre für unsere Gemeinde tätig und werden uns nun auch in der jetzigen Situation weiterhelfen.“

„Ein Erfolg ist nur garantiert, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen.“ Bürgermeister Jürgen Maschl (SPÖ)

Der Kammerjäger ist nun bereits seit einigen Tagen in regelmäßigen Abständen im Ortsgebiet unterwegs, um die von ihm an öffentlichen Orten ausgelegten Köder zu kontrollieren und auch gegebenenfalls nach zu bestücken. Die verwendeten Ködermaterialen sind für Menschen und Haustiere minder gefährlich, da für die Ratten speziell  blutgerinnungshemmende Substanzen verwendet werden. Zudem sind die ausgelegten Köder vor einem Zugriff geschützt und mit einem Warnhinweis versehen. 

Grund für das vermehrte Aufkommen dürften wohl leerstehende Privatgrundstücke sein, auf denen sich die Ratten ungestört vermehren können. Deshalb appelliert Maschl auch an die Bevölkerung, darauf zu achten, ob sich Ratten auf Privatgrundstücken befinden: „Die Rattenvorsorge ist keine ausschließliche Aufgabe der Gemeinde, sondern auch Privatpersonen betreffen einige Verpflichtungen. Ein Erfolg der Vorbeugemaßnahmen kann sich somit nur einstellen, wenn alle an einem Strang ziehen und Maßnahmen ergreifen.“ 

Mitunter wird auch auf die potenziellen Gefahren hingewiesen, die von den Ratten ausgehen. „Gefährliche Krankheiten wie etwa Tollwut und Weil’sche Gelbsucht können von den Ratten übertragen werden. Hinzu kommt, dass die Nagetiere durch ihre Wühl- und Nagetätigkeiten enorme Schäden an Gebäuden anrichten können“, erklärt Maschl.  Aus diesem Grund weist die Gemeinde daraufhin, dass im Falle eines Rattenvorkommens auf dem Privatgrundstück unverzüglich der Kammerjäger kontaktiert werden muss. Besonders solle auch auf Kompostmüll, Küchenabfälle und Speisereste geachtet werden. „Denn Ratten vermehren und leben nicht nur in öffentlichen Kanälen oder Flächen, sondern die Brutstätten finden sich leider viel zu oft auf privaten Grundstücken“, betont Maschl.