Streit um eine Kostenersparnis in Ebergassing. Das Erfolgshonorar für Kosteneinsparungen bei Darlehen sorgt für harte Fronten im Gemeinderat in Ebergassing.

Von Otto Havelka. Erstellt am 16. Oktober 2020 (04:34)
Potenzielle Einsparungen werden in Ebergassing nun zum Streitfall zwischen den Ebern und dem Bürgermeister.
Shutterstock/BurAnd

Es wirkt auf den ersten Blick ein wenig absurd: Weil SP-Bürgermeister Roman Stachelberger die Kommunalberatungs Ges.mb.H beauftragte, zu eruieren, ob bei den laufendenden Darlehen der Gemeinde aufgrund der aktuell niedrigen Zinsen eine Verringerung der Ratenzahlungen möglich sei, ist er nun mit einer Aufsichtsbeschwerde der „Eber“ konfrontiert.

Ursprünglich errechnete die Kommunalberatungs Ges.mb.H im Optimalfall eine Kosteneinsparung von mehr als 150.000 Euro. Dreißig Prozent der Einsparung würde die Agentur verrechnen. Das wären bei der theoretisch errechneten Summen rund 61.000 Euro. Ausgaben in dieser Höhe dürften laut Gemeindeordnung nicht ohne Gemeinderatsbeschluss erfolgen.

Eber-Gemeinderat Christoph Antel kritisiert, dass Gemeinderat nicht eingebunden war...
NOEN

Eber-Gemeinderat Christoph Antel: „Es ist ja okay, wenn die Gemeinde über Einsparungen nachdenkt, aber sie sollte den Gemeinderat darüber rechtzeitig informieren.“

SP-Bürgermeister Roman Stachelberger reagiert grantig: „Wir kümmern uns um Kosteneinsparungen und dann beschwert man sich darüber.“ Ätzender Nachsatz: „Die Eber stellen den Vorsitzenden im Finanzausschuss, aber von dort kam bisher noch nichts“.

...sehr zum Ärger von SP-Bürgermeister Roman Stachelberger.
Havelka

Laut Bürgermeister Stachelberger seien die ursprünglich genannten Summen theoretisch und mittlerweile obsolet. Die meisten Darlehen laufen innerhalb der nächsten fünf Jahre aus. Nach Verhandlungen mit den Banken mache die Einsparung durch Zinsreduktionen gut 60.000 Euro aus. Übers Jahr gerechnet macht das rund 6.000 Euro Ersparnis für die Gemeinde aus. 30 Prozent davon kassiert die Kommunalberatungs Ges.mb.H.

Für „Eber“-Sprecher Christoph Antel ist die „Höhe des Erfolgshonorars“ zu hinterfragen.

Stachelberger kontert: „Man muss halt Vorschläge bringen. Dann bin ich für alles offen.“