Ein zweiter Bahnsteig für Himberg. VOR und ÖBB planen Projekt in Himberg deutlich größer – zweiter Inselbahnsteig fix.

Von Otto Havelka. Erstellt am 29. Juli 2020 (05:55)
Bürgermeister Ernst Wendl und Vize Richard Payer (beide SPÖ) mit dem Plan des neuen Bahnhofs. 
Havelka

In diesen Wochen sollten eigentlich die fixierten Planungsunterlagen für den künftigen Himberger Bahnhof auf dem Tisch liegen. Doch: „Im Zuge der Planungen wurden die Anforderungen an den neuen Bahnhof vertieft spezifiziert, wodurch sich Anpassungen in der Projektkonzeption ergeben haben“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif auf Anfrage der NÖN.

Derzeit verfügt der Bahnhof über zwei Gleise, was im ursprünglichen Projektvorhaben so beibehalten wurde. Nun plant man seitens der ÖBB jedoch, einen zusätzlichen Inselbahnsteig zu errichten. Dadurch würde sich die Zahl der Bahnsteigkanten sowie der Gleise von bisher zwei auf künftig vier erhöhen.

"Die neuen Planungen dienen der Verbesserung des Personennahverkehrs.“ ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif

Kostenseitig rechnet man bei der ÖBB lediglich mit einer „leichten Erhöhung“. Der Baustart ist laut ÖBB-Sprecher Seif weiterhin mit Ende 2021 anvisiert. Aufgrund des Mehraufwandes werden die Arbeiten jedoch nicht schon im Herbst 2022 abgeschlossen sein, sondern voraussichtlich erst Ende 2024.

Dann werden auch die Bahnschranken in der Bahnhofstraße abmontiert und der Bahnübergang für den motorisierten Verkehr – was die Anrainer freut. Derzeit fahren werktags etwa 60 Lkw und 900 bis 1.000 Pkw über diese Bahnquerung. Stattdessen wird eine Fußgänger- und Radunterführung errichtet (die NÖN berichtete).

Mehr Zughalte durch zweiten Bahnsteig

Die Projekterweiterung auf vier Gleise soll das Überholen stehender Züge am schnellen Streckengleis oder auch ein generell erhöhtes Aufkommen der Zughalte im Bahnhof ermöglichen. Das sei auch mit dem Besteller der Verkehrsdienste, dem Verkehrsverbund Ostregion (VOR) so abgesprochen und entspreche deren Konzepten. Eine genaue Fahrplangestaltung gebe es aber erst mit den Bestellungen im Rahmen der Verkehrsdiensteverträge. ÖBB-Sprecher Christopher Seif hält jedoch fest: „Die neuen Planungen dienen der Verbesserung des Personennahverkehrs.“ Vorgesehen sind im Rahmen des Projekts barrierefreie Zugänge zu den Bahnsteigen, die Errichtung einer überdachten „Bike & Ride“-Anlage für Fahrräder und gläserne Wartekojen auf den Bahnsteigen.

Bürgermeister Ernst Wendl (SPÖ) nimmt die Verzögerung jedenfalls in Kauf und begrüßt den vergrößerten Bahnhofsausbau: „Ich freue mich, dass wir für unsere Bürger einen attraktiven, modernen und barrierefreien Zugang zum öffentlichen Verkehr ermöglichen können.“