Baustart für Ebergassinger Logistikpark

Erstellt am 03. Dezember 2022 | 09:10
Lesezeit: 4 Min
Der Immobilienentwickler DLH errichtet neben dem Spar-Verteilerzentrum einen Campus mit 75.000 Quadratmeter Lagerfläche. Derzeit laufen die Erdarbeiten, Hallenaufbau beginnt mit Ende März.
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Der "Logistikcampus Ebergassing" ist bereits das vierte Projekt der Österreich-Tochter der Deutsche Logistik Holding (DLH) in der Region. Nach Enzersdorf, Fischamend und Oeynhausen stampft der Immobilienentwickler auf einem knapp 14 Hektar großen Areal direkt an der B15/Himberger Straße neue Lager- und Büroflächen aus dem Boden.

Mit einem symbolischen Baustart wurde das Mega-Projekt offiziell gestartet. Aktuell laufen durch die beauftragte Baufirma "Goldbeck Rhomberg" die Erdarbeiten. "Dabei wird nur der Humus abgefahren. Die restliche Erde kann für den Höhenausgleich verwertet werden", erklärt Baufirmen-Geschäftsführer Michael Schmid im NÖN-Gespräch. Insgesamt würden hier etwa 260.000 Kubikmeter an Erdmassen bewegt.

Erster Bauteil schon Ende 2023 fertig

Ab Ende März geht es dann an die tatsächlichen Bauarbeiten für die 13 Hallen. Der Logistikcampus wird 75.000 Quadratmeter an Lagerfläche und weitere 6.000 Quadratmetern an Bürofläche bieten sowie in zwei Abschnitten bis Mitte 2024 entstehen. Die Hallen des ersten Bauteils, die im hinteren Bereich des Grundstücks errichtet werden, sollen bereits Ende des kommenden Jahres bezugsfertig sein. Die Zufahrt erfolgt übrigens über die Spar-Straße.

Gespräche mit potenziellen Mietern werden laut DLH und dessen Geschäftsführer Christian Vogt bereits laufend geführt. Konkrete Zusagen oder gar Abschlüsse gibt es zwar noch keine, diese sind jedoch nur eine Frage der Zeit. Denn das Interesse ist enorm. Das liegt laut Vogt nicht zuletzt an der "idealen Lage" unweit der Großstadt Wien, den Autobahnen S1 und A4 sowie eine Anbindung ohne Ortsdurchfahrten.

DLH will Mieter mit Personal

Bei DLH hat man auch konkrete Vorstellung, wer die künftigen Mieter sein werden. "Wir werden hier keine Speditionen ansiedeln, sondern Firmen aus der Kontaktlogistik. Wir wollen Mieter die Mitarbeiter bringen", verspricht der Geschäftsführer. Gemeint sind damit etwa Firmen, die ein Lager als Umschlagsplatz für Waren suchen oder auch die "Dinge vor Ort zusammenschrauben". 

Die Hallen können in der Größenordnung zwischen 4.500 und 7.000 Quadratmeter gemietet werden. Braucht ein Interessent mehr Fläche, könnte er theoretisch benachbarte Hallen nehmen, die dann miteinander verbunden sind. Der Preis pro Quadratmeter wird sich laut DLH-Chef Vogt zwischen 5,50 Euro und 6 Euro bewegen - für eine 4.500 Quadratmeter große Halle würde die Miete demnach etwa 24.750 bis 27.000 Euro ausmachen.

Gemeindeführung befürwortet Projekt

Erfreut über die DLH-Ansiedelung zeigt sich jedenfalls Bürgermeister Roman Stachelberger (SPÖ), der auch als Initiator gilt. "Ich habe selten so eine schnelle Behördenverhandlung wie bei diesem Projekt erlebt. Letztlich haben wir es geschafft", freut sich der Ortschef. Auf gemeindepolitischer Ebene ist das Vorhaben nicht unumstritten, die Bürgerliste "Eber" ist dagegen. SPÖ und ÖVP allerdings dafür.

Dass es letztlich zwei Jahre vom ersten Treffen zwischen Stachelberger und Vogt bis zum Spatenstich gedauert hat, ist dem langen Umwidmungsverfahren von landwirtschaftlicher Flächen auf eine Betriebsgebiet geschuldet. Durch eine Gesetzesänderung und auch die Pandemie dauerte die Prüfung im Land deutlich länger und das OK erfolgte erst im September. Den Großteil des Areals kaufte DLH von Privatpersonen, lediglich 1.400 Quadratmeter veräußerte die Gemeinde für etwa 175.000 Euro an den Immobilienentwickler.

Heizung per Hackschnitzel

Bei der Bauweise will man möglichst auf Nachhaltigkeit achten. So ist geplant, das Projekt nach dem Zertifizierungssystem der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zu errichten und hier den Gold-Status zu erreichen. Zentrale Elemente der Bewertung sind laut DGNB-Webseite Ökologie, Ökonomie und Soziokulturelle. 

Unter anderem wird daher bei der Beheizung der Hallen und der Büros nicht auf Gas gesetzt, sondern auf Holz. Konkret wird über eine eigens geplante Anlage mit Hackschnitzel geheizt. 

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