Startschuss für Mega-Logistikpark in Fischamend

Erstellt am 05. Mai 2023 | 06:30
Lesezeit: 5 Min
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Die vorbereitenden Erdarbeiten zum Ausgleich der Niveauunterschiede auf dem künftigen Logistikareal sind bereits voll im Gange.
Foto: Gerald Burggraf
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Der Immobilienentwickler „Helios“ errichtet mit der Partnerfirma „Ayka“ im Betriebsgebiet West ein neues Logistikzentrum mit zwei Hallen und einer Grundfläche von rund 72.000 m². Die ersten Erdarbeiten für das 110-Millionen-Euro-Projekt haben bereits begonnen, tatsächlicher Baubeginn wird aber erst Ende Mai sein. Die Fertigstellung ist Ende 2024 geplant.

Im Minutentakt fahren die Kipplaster auf das 22 Hektar große Areal unmittelbar neben dem „Cargopartner“-Firmensitz. Sobald die Ladefläche gefüllt ist, geht es über die Eisenbahnbrücke in Richtung der Deponien am Heidfeld. Ziel der massiven Erdbewegungen ist es, die etwa 80.000 m² große Projektfläche niveaugleich zu gestalten. Dafür muss „vereinfacht gesagt links abgetragen und rechts aufgeschüttet werden“, erklärt Christoph Traunig, Europa-Chef des Immobilienentwicklers „Helios Real Estate“. Mehr darf man derzeit auch gar nicht machen, denn einen Baubescheid gibt es für den „Airport Logictics Park“ noch nicht.

„Wir haben jedoch einen gültigen Bescheid zur Änderung der Deponieoberfläche“, wodurch laut Traunig die Erdarbeiten möglich sind. Mit dem Baubescheid rechnet der „Helios“-Vertreter mit etwa Ende Mai. Dann könne auch tatsächlich gebaut werden. Entstehen wird in Kooperation mit (Finanz-)Partner „Ayka Solutions“ ein Logistikzentrum mit zwei Hallen samt integrierten Büroräumlichkeiten im Mezzanin und einer Grundfläche von rund 72.000 m². Die Inbetriebnahme soll Ende 2024 oder spätestens Anfang 2025 erfolgen.

Spar-Tochter „Simpex“ steht als Mieter fest

„Helios“ und „Ayka“ investieren rund 110 Millionen Euro in das Mega-Projekt. Die größere Halle mit rund 42.000 m² ist bereits vermietet - und zwar an die Spar-Logistiktochter „Simpex“. „Der Mietvertrag ist schon unterschrieben“, hält Traunig fest. Mit „Simpex“ verbindet die Projektentwickler ein gemeinsames Vorhaben in Kroatien. „In Zagreb haben wir quasi extra für Spar gebaut. Jetzt wollten sie wieder die gleiche Halle, nur eben hier. Das war natürlich ein Vorteil für uns“, weiß der Europachef. Vonseiten Spar wollte man zum gegebenen Zeitpunkt auf NÖN-Anfrage noch keine Stellungnahme abgeben.

Die zweite Halle wird 30.000 m² groß werden und zwei Mietern Platz bieten. Wobei in einem Fall der Vertragsabschluss unmittelbar bevor steht, einem zweiten Interessenten für die verbleibenden 8.000 m² habe man gerade erst ein Offert geschickt. „Wir hoffen, dass wir beide Verträge bis zum Baustart unter Dach und Fach bringen“, hält Traunig fest. In beiden Fällen soll es sich laut dem „Helios“-Manager übrigens um „Simpex“ nahe stehende Unternehmen handeln. Sollten die Deals wider Erwarten scheitern, wird Traunig aber nicht Bange. „Die Nachfrage nach Logistikimmobilien ist enorm“, untermauert er.

Bodenbeschaffenheit als Herausforderung

Im Normalfall würde „Helios“ bei einer Fläche von 22 Hektar, die übrigens Ende 2021 vom Flughafen gekauft wurden, deutlich mehr als die nun geplanten 72.000 m² verbauen. „In der Regel liegt die verbaute Fläche bei etwa der Hälfte der Liegenschaftsgröße“, erklärt Traunig. Doch im Fall des Areals im Fischamender Betriebsgebiet West lässt der Untergrund nicht mehr zu. Denn: In der Tiefe schlummert nämlich eine lange stillgelegte Deponie. Diese habe sich laut dem „Helios“-Europachef zwar „gesetzt“ und weise weder Hohlräume noch Gase auf, doch für eine Logistikfläche braucht es einen stabilen Untergrund.

Und der sei nicht auf der gesamten Fläche gegeben. Oder der Aufwand, die notwendige Bodenbeschaffenheit zu schaffen, wäre schlichtweg zu groß. Um die 72.000 m² große Projektfläche zu stabilisieren, werden daher unterhalb der Betonbodenplatte meterlange Zementsteher in den Boden gerammt. „Das müssen wir gründlich machen, die Hallen müssen ja gerade stehen“, untermauert Traunig. Bei der Umsetzung vertraut „Helios“ auf die steirische Firma „HT Generalunternehmer und Industriebau GmbH“, die als Generalunternehmer fungiert.

Teure Voruntersuchung um 500.000 Euro

Der herausfordernde Untergrund war es übrigens auch, der die EVN davon abkommen ließ auf der Liegenschaft ein Biomasse-Heizwerk zu errichten. Obwohl 2017 bereits ein Spatenstich zelebriert wurde und es eine Einreichung gab, wird das Vorhaben laut EVN-Sprecher Stefan Zach nicht mehr verfolgt. „Die Fläche ist für ein Biomasse-Heizwerk nicht geeignet“, bestätigt er auf NÖN-Anfrage und verweist auf die Standfestigkeit des Untergrunds. Laut „Helios“-Europachef Christoph Traunig sei der Untergrund durchaus für eine Bebauung geeignet, aber eben nicht überall und mit unterschiedlichem Aufwand.

Das habe eine Voruntersuchung durch Probebohrungen sowie chemische Analysen und andere Verfahren gezeigt. „Wir haben nur für das Anschauen 500.000 Euro investiert, andere Interessenten haben aufgrunddessen verzichtet“, erklärt Traunig. Dass sich sämtliche Investitionen rechnen, davon ist er naturgemäß überzeugt. Das Geschäftsmodell eines Immobilienentwicklers wie „Helios“ sieht vor, dass man Hallen errichtet, diese vermietet und dann den vollvermieteten Logistikpark dann an „institutionelle Investoren“, meist Versicherungen, verkauft.

Investieren wird der Immobilienentwickler übrigens auch in die „nachhaltige Gestaltung“ des Logistikzentrums. So wird die gesamte etwa 60.000 m² große Dachfläche zur Photovoltaikanlage. „An guten Tagen können wir so den gesamten Strombedarf abdecken“, berichtet der „Helios“-Manager. Zudem werde das Dach aus Holz statt Beton errichtet, denn Holz habe schlicht eine deutlich bessere CO2-Bilanz. „Und die Photovoltaikpaneelen sind heutzutage so leicht, dass es egal ist“, betont Traunig.

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