Arbeiterkammer erkämpte noch 6.000 Euro. Restaurantfachmann bekam drei Monate keinen Lohn. Laut Hainburger AK „leider kein Einzelfall“.

Von Josef Rittler. Erstellt am 14. September 2017 (02:54)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Der Hainburger Dienststellenleiter Christian Bauer.
Rittler

Es ist sich gerade noch ausgegangen: „Fünf vor zwölf“ findet sich ein Restaurantfachmann nach seiner Kündigung in der AK-Bezirksstelle Hainburg ein. Sein Anliegen: die Kontrolle der Arbeitszeitaufzeichnungen. Den Experten ist nach einer ersten Durchsicht schnell klar: Da stimmt etwas ganz und gar nicht, weder Feiertags- noch Überstunden finden sich auf den Lohnabrechnungen. Auch von Urlaubs- und Weihnachtsgeld keine Spur. Doch nicht nur das: Der 30-Jährige hat schon seit drei Monaten keinen Lohn mehr erhalten. Weil er Angst hatte, seinen Job zu verlieren, wollte er sich aber nicht aufregen und hat sich deshalb erst spät an die AK gewandt. Die Berechnungen zeigen: Es sind beinahe 6.000 Euro offen.

Dabei handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Bezirksstellenleiter Christian Bauer berichtet: „Beinahe wöchentlich melden sich Dienstnehmer dieses gut gehenden Gastronomiebetriebs und berichten, dass sie oft ewig auf ihr Geld warten müssen. Auch mit der Endabrechnung nach Kündigungen lässt sich der Betrieb gerne Zeit.“

Besonders brisant daran: Im Kollektivvertrag für Hotel- und Gastgewerbe beträgt die Frist, um Ansprüche geltend zu machen, lediglich vier Monate. „Es gibt dieses Hotel betreffend bereits etliche laufende Interventionen und auch Klagen vor dem Arbeitsgericht“, bestätigt Bauer, der betont: „Lassen Sie sich nicht vertrösten. Ihre Ansprüche müssen, um gewahrt zu bleiben, schriftlich geltend gemacht werden. Wir helfen Ihnen dabei!“

Für den Restaurantfachmann hat der Fall übrigens ein gutes Ende genommen. Mithilfe der Arbeiterkammer ist er zu seinem Recht und dem ihm zustehenden Geld gekommen.