360 Tonnen Müll auf A4 und A6. Autofahrer lassen Tonnen von Unrat auf Rastplätzen und entlang der Straßen im Bezirk Bruck an der Leitha zurück. Entsorgung ist aufwendig und teuer.

Von Susanne Müller. Erstellt am 23. September 2020 (05:55)
Brucks Autobahnmeister Dietmar Edel kann ein Lied davon singen: Die Müllberge entlang der Autobahnen und auf den Rastplätzen wachsen stetig.
Burggraf

Nicht von allen Seiten wurde gejubelt, als Klimaschutz-Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) vor kurzem ihre Pläne für die Reduktion von Müll bekanntgab. Vor allem das Vorhaben, ein Pfandsystem für Plastikflaschen einzuführen, sorgte beim Handel für einen Aufschrei.

Klare Zustimmung bekommt die Ministerin jedoch vonseiten des Autobahn-Erhalters Asfinag. Denn dort weiß man, dass entlang der Autobahnen und auf den Rastplätzen jedes Jahr tausende Tonnen an Müll anfallen. Im Vorjahr waren es österreichweit 8.600 Tonnen.

Allein in jenem Bereich der A4 und A6, für den die Autobahnmeisterei Bruck zuständig ist, landeten im Vorjahr mehr als 362 Tonnen Müll. Dieser Unrat musste um sage und schreibe 74.308 Euro von der Asfinag eingesammelt und entsorgt werden. Heuer waren es bis dato bereits über 241 Tonnen Müll in diesem Bereich.

Gut zwei Tonnen Müll auf nur zwei Rastplätzen

Pro Monat müssen alleine von den Rastplätzen Fischamend und Maria Ellend rund zwei Tonnen Müll entfernt werden. „In rund zwei Kilometern Abstand zur Auffahrt Schwechat-Ost findet man zum Beispiel besonders viele Verpackungen eines bekannten Fast Food-Restaurants“, erzählte Autobahnmeisterei-Chef Dietmar Edel schon einmal bei einem Lokalaugenschein der NÖN.

„Im Kampf gegen Müll und Littering besteht dringender Handlungsbedarf“, ist auch Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl überzeugt. Die Asfinag weist daher mit der Aktion „Ich bin eine Autobahn – kein Mistkübel“ auf die Problematik hin. Denn: „Leider landet immer mehr Müll nicht in den dafür vorgesehenen Containern und Mistkübeln, sondern direkt auf der Strecke und den Rastplätzen. Rund ein Viertel des Jahresmülls muss mit großem Aufwand händisch aufgesammelt werden, ein Großteil davon sind Plastikflaschen, die leicht zu Wurfgeschossen werden und damit auch ein erhebliches Risiko für die Verkehrssicherheit darstellen.“

Doch es sind nicht nur Plastikflaschen, die auf den Rastplätzen und entlang der Autobahnen entsorgt werden, auch Hausmüll, alte Autoreifen, Bauschutt und ganze Wohnungseinrichtungen finden die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei immer öfter vor.

Im Vorjahr gab die Asfinag 13 Millionen Euro für die Müllentsorgung aus. Die Hitliste der größten Müllberge führt das größte Bundesland Niederösterreich mit zuletzt 1.866 Tonnen an.