Privat-Uni in Ebergassing geplant

Erstellt am 12. April 2022 | 06:55
Lesezeit: 3 Min
New Image
Noch laufen die tatsächlichen Vorbereitungen für den groß angelegten Bildungscampus. Die Mittelschule soll direkt an der Gramatneusiedler Straße entstehen. Dahinter in Richtung Feldweg dann der Hochschulkomplex der ICO.
Foto: Google Earth, Shutterstock/Sentavio, Grafik: NÖN/Hammerl
Internationale Organisation ICO mit Sitz in London will auf einem Areal direkt an der Gramatneusiedler Straße eine Hochschule errichten.
Werbung

Dass Ebergassing und Gramatneusiedl ihre Mittelschulen zusammenlagen wollen, steht bereits seit zwei Jahren fest. Der Neubau soll an der Grenze der zwei Standortgemeinden direkt an der Gramatneusiedler Straße entstehen. Dass im Zuge dessen auch ein Universitätscampus der britischen „International Communities Organization“, kurz ICO, entstehen wird, war bisher nicht bekannt.

„Wir arbeiten bereits seit zwei Jahren an beiden Projekten“, merkt Ebergassings Bürgermeister Roman Stachelberger (SPÖ) gegenüber der NÖN an.

So richtig öffentlich wurde das Vorhaben erst durch ein kritisches Facebook-Posting des Gramater Grünen-Gemeinderats Sebastian Schirl-Winkelmaier. Der dafür aber selbst ordentlich Kritik einstecken muss, siehe:

Laut Stachelberger ist die Mittelschule „quasi erledigt“. Bei der Privatuni der ICO sei man noch einen Schritt dahinter. So fehlt etwa noch die richtige Flächenwidmung. Stachelbergs Amts- und Parteikollegen aus Gramatneusiedl, Thomas Schwab, spricht daher noch von einer „Vision“.

Bildungsministerium ist Projekt unbekannt

Die eigens für den „Vienna Campus“ geschaffene Webseite (www.icoinstitutevienna.org) ist inhaltlich zwar schon sehr klar, zeitlich aber noch eher vage formuliert. Start für die Privatuni soll im Herbst 2025 mit rund 1.600 Studenten sein. Zehn Jahren später will man schon 5.000 Studenten pro Jahr zum Campus bringen. Neben der Universität will die international agierende Organisation, die vor allem Minderheitengruppen einen Hochschulzugang verschaffen will, auch ein Konferenzzentrum, Büros, Studentenheime und sogar ein Hotel errichten.

Doch bisher handelt es sich ausschließlich um Pläne, denn weder das Bildungsministerium noch die „Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung“ (AQ Austria) kennen Pläne des ICO-Projekts. Bei AQ Austria müssen Betreiber von Privatunis ein Akkreditierungsverfahren durchlaufen, um als Hochschule anerkannt zu werden. „Nach meinem Wissensstand gab es auch keine entsprechenden Kontakte oder Anfragen an die AQ Austria“, hält Geschäftsführer Jürgen Petersen auf NÖN-Anfrage fest.

Stachelberger: "Riesen-Coup für Region"

Die Bürgermeister von Ebergassing und Gramatneusiedl, Roman Stachelberger und Thomas Schwab, sähen im Fall einer Realisierung positive Effekte für die Region. „Ich halte das für ein Superprojekt, es wäre ein Riesen-Coup für die ganze Region“, unterstreicht Stachelberger. Schwab ergänzt zudem, dass der Standort aufgrund der Nähe zum Bahnhof „nicht ohne Grund“ gewählt wurde.

Ebergassings Ortschef ist überzeugt, dass für beide Vorhaben noch heuer alle Voraussetzungen geschaffen werden können. „Beide sind auf Schiene, es gibt auch schon Vorverträge im Zusammenhang mit der Universität“, erklärt Stachelberger. Zudem ist er überzeugt, dass man mit dem Hochschul-Campus sinnvolle Synergieeffekte für die neue Mittelschule erreichen könne.

Werbung