Kasernen werden zu „Sicherheitsinseln“. Die Heeres-Standorte in Bruckneudorf und Zwölfaxing sollen im Krisenfall als Schutz- und Rückzugsort dienen.

Erstellt am 24. Mai 2018 (04:27)
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Die Zwölfaxinger Burstyn-Kaserne soll eine von zwei „Sicherheitsinseln“ in der Region werden.
Burggraf

Am vergangenen Mittwoch wurden per Ministerratsbeschluss zwölf Standorte künftiger „Sicherheitsinseln“ in Kasernen festgelegt. Zwei davon sind im Bezirk vorgesehen: einerseits in der Benedek-Kaserne in Bruckneudorf und andererseits in der Burstyn-Kaserne in Zwölfaxing.

Als „Sicherheitsinseln“ sollen Stützpunkte aufgebaut werden, die als Rückzugsort für Personal, Fachleute und teils auch für die Bevölkerung im Krisenfall dienen sollen. Die Standorte des Bundesheeres sollen den Menschen im Krisen- und Katastrophenfall möglichst autark für eine längere Zeit als Schutz- und Rückzugsort dienen. Hierbei geht es vor allem um die nötige Energie- und Wasserversorgung sowie um Lagerkapazitäten. Der Ausbau wird über das Budget des Verteidigungsministeriums bezahlt.

"Das macht auf jeden Fall Sinn"

In Bruckneudorf war die Überraschung ob der Ankündigung einer „Sicherheitsinsel“ groß. Etliche Gemeindevertreter wussten auch Tage nach dem Ministerratsbeschluss nichts davon. In der Kaserne selbst verwies man auf das Militärkommando Burgenland. In einer ersten Stellungnahme erläuterte Presseoffizier Andreas Jordanich, die Information „auch aus den Medien“ erhalten zu haben. Die „Sicherheitsinseln“ seien jedenfalls „Leuchtturm-Projekt“ des Ministeriums.

„Wir erwarten, dass wir in nächster Zukunft entsprechende Aufträge erhalten“, so Jordanich. Am Montag ging dann eine Pressemeldung seitens des Militärkommandos hinaus. Darin verwies man darauf, dass die Benedek-Kaserne „schon jetzt sehr gute Voraussetzungen“ biete. So gebe es eine modulartig ausbaubare Notstromversorgung, mehrer Brunnen für die Wasserversorgung und fest Unterkünfte für bis zu 1.300 Personen.

In Zwölfaxing wird die Entscheidung des Verteidigungsministeriums positiv gesehen. Sowohl Garnisonskommandant Hans Otto Hrbek als auch SP-Bürgermeisterin Astrid Reiser sehen darin eine Aufwertung des Standortes. „Das macht auf jeden Fall Sinn, weil sich im Umkreis viel kritische Infrastruktur befindet“, so Reiser. Damit sind Betriebe wie die OMV oder der Flughafen gemeint, die im Krisenfall geschützt werden müssen. Aufgrund dessen hat Hrbek auch „insgeheim damit gerechnet“, dass die Burstyn-Kaserne „Sicherheitsinsel“ wird. Hrbek hofft zudem, dass der Standort in Bezug auf infrastrukturelle Maßnahmen prioritär behandelt wird. Erst vor Kurzem wurde die Generalsanierung dreier Gebäude am Kasernengelände fertiggestellt (die NÖN berichtete). Es seien aber noch weitere Maßnahmen notwendig.