Bürgermeister zeigt der "Wolke7" die gelbe Karte. Gewitterwolken rund um die „Wolke7“. Der Maria Lanzendorfer Bürgermeister Peter Wolf (SPÖ) hat, nachdem sich mehrere Anrainerinnen/Anrainer über Lärm nach 22 Uhr beschwert haben, der Veranstaltung die gelbe Karte gezeigt.

Von Peter Gerber Plech. Erstellt am 24. Juni 2021 (16:59)
New Image
Bürgermeister Peter Wolf (kleines Bild) macht ernst und schickt eine unmissverständliche Warnung an die Betreiber der "Wolke7".
Usercontent, Archiv Peter Gerber Plech

Die Stimmung an der jüngsten Maria Lanzendorfer Gemeinderatssitzung war emotional aufgeladen und den im Gemeindesaal herrschenden Temperaturen angepasst. Ein Thema brennt Teile der Bevölkerung besonders unter den Nägeln und deshalb ist mit einem Dringlichkeitsantrag der ÖVP die „Wolke7“ mit 18 Ja-Stimmen und einer Enthaltung als Punkt 7 in die Tagesordnung der Sitzung vom 23. Juni aufgenommen worden.  

Die als Sunset-Bar, Schmankerl- und Feierabend-Lounge geplante und im Jahr 2020 gestartete Dauerveranstaltung ist in jüngerer Vergangenheit in die Kritik geraten. Im Vordergrund stehen Berichte von Anrainerinnen und Anrainern über Lärmbelästigung, die teils weit nach dem bewilligten Betriebsschluss von 22 Uhr anhalten soll, sowie die durch den Autoverkehr und die Parkplatzsuche entstehenden Immissionen. Über diese Zustände ist zum Teil in der BürgerInnenfragestunde von Direktbetroffenen berichtet worden.

Bereits am Nachmittag vor der Gemeinderatssitzung hat ein Treffen der Wolke7-Organisatoren mit unter anderen Bürgermeister Peter Wolf (SPÖ) und geschäftsführende Gemeinderätin /ÖVP-Obfrau Nicole Kramreither (ÖVP) stattgefunden. Mit durchzogenem Erfolg, wie Nicole Kramreither dem Gemeinderat zusammenfassend berichtet hat. „Die. Betreiber haben aus den 2020 gemachten Fehlern nichts gelernt“, sagte die ÖVP-Obfrau und hielt fest, dass die „Wolke7“ ihren ursprünglichen Charme verloren habe und die Anliegen der Anrainer den Organisatoren egal seien. Nach einigen weiteren Wortmeldungen zog Ortschef Wolf das Fazit. Und dieses ist ziemlich deutlich, und mit einer gelben Karte an die Adresse der „Wolke7“-Macher ausgefallen: „Es darf in Maria Lanzendorf keine Veranstaltung auf dem Rücken der Anrainer stattfinden. Es ist 5 vor 12 für die ‚Wolke7‘ und ich verlange, dass die Auflagen für die Veranstaltungsgenehmigung eingehalten werden. Ansonsten ziehe ich die Genehmigung zurück.“ Damit wäre die „Wolke7“ in dieser Form Geschichte. 

Die NÖN konfrontierte „Wolke7“-Mitorganisator Andreas Budin mit den Ergebnissen der Gemeinderatssitzung. Überrascht war dieser nicht, da die meisten Punkte bereits am Nachmittag in der Zusammenkunft thematisiert worden seien. „Wir haben Lösungen parat, damit es keine Beschwerden der Anrainer mehr geben wird“, sagt Budin. Zum Beispiel werde die Parkplatzsituation verändert, so dass in der Friedrich-Melzer-Straße kein Parkplatz-Suchverkehr mehr entstehen soll. Zudem werde ein Ordnerdienst bei der An- und Wegfahrt der Gäste dafür sorgen, dass dieser Verkehr „gesittet“ abläuft. Und was ist in Sachen Lärm nach 22 Uhr geplant? „Wir halten unsere Gäste vor Betriebsschluss immer wieder dazu an, das Gelände zügig und leise zu verlassen“, sagt Budin.