Staatshilfe nötig: AUA fehlen 800 Millionen Euro

Erstellt am 15. April 2020 | 05:45
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Foto: NOEN
Austrian Airlines fehlen kolportierte 800 Millionen Euro. Verhandlungen über Staatshilfe laufen.
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Knapp 7.000 Mitarbeiter sind bei Austrian Airlines (AUA) beschäftigt. Für sie steht derzeit Kurzarbeit am Programm, de facto hängt ihre Zukunft aber am seidenen Faden. Denn die global ausgerichtete Luftfahrt ist von der Corona- Pandemie massiv betroffen. Die AUA lässt zumindest bis 3. Mai sämtliche Maschinen am Boden.

Und auch danach ist von einer raschen Normalisierung des Flugverkehrs kaum auszugehen. Bei der größten heimischen Fluglinie dürften derzeit bis zu 800 Millionen Euro fehlen. Aktuell kursieren mehrere Summen durch die Medien. Gegenüber der „Presse“ betont AUA-Chef Alexis von Hoensbroech, dass die tatsächliche Höhe auf die Dauer der aktuellen Situation ankäme. Ohne Staatshilfe werde es sich aber nicht ausgehen, glaubt von Hoensbroech.

Davon ist auch Rene Pfister, Bodenbetriebsratschef bei Austrian Airlines, überzeugt. Allerdings mahnt er, dass die türkis-grüne Bundesregierung keinesfalls einfach nur Geld bezahlen sollte. „Der Staat braucht Sicherheiten“, betont Pfister. Immerhin sei die AUA im Besitz der deutschen Lufthansa und eine Subvention derer nicht Sinn der Sache.

Ähnlich sieht das auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). „Was es nicht geben wird, ist eine Finanzspritze für die Lufthansa, einen deutschen Konzern, ohne einen Vorteil für die Republik Österreich“, verlautbarte Kurz im ORF-Radio. Aus seiner Sicht ginge es um die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze und des Standorts Schwechat.

Für AUA-Betriebsrat Pfister gibt es im Grunde nur einen realistischen Weg: Den Einstieg der Republik bei der heimischen Lufthansa-Tochter. „Es müsste zumindest eine Sperrminorität von 26 Prozent sein. Bis zu 49 Prozent hätte ich kein Problem“, erklärt Pfister im Gespräch mit der NÖN. Sollten alle Stricke reißen, kann er sich auch eine Verstaatlichung vorstellen. „Man hat in der Coronakrise gesehen, was es bedeutet, eine Fluglinie im Land zu haben, Stichwort Rückholungen oder Hilfsgütertransporte“, ergänzt der Bodenbetriebsratsvorsitzende.

Mit der Forderung nach einer Staatsbeteiligung an der AUA stimmt Pfister übrigens mit der SPÖ, für er im niederösterreichischen Landtag sitzt, überein. Wenn große Firmen mehr als 100 Millionen Euro Staatshilfe erhalten, solle sich der Staat beteiligen, erklärte der sozialdemokratische Industriesprecher Rainer Wimmer. Sollte die AUA wieder in die Gewinnzone fliegen, so hätte eine Beteiligung letztlich Vorteil für den Staat.

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