Zwölfaxing: 57-jähriger Risikopatient hofft auf Impfung. Trotz Autoimmunerkrankung muss 57-Jähriger laut Impfplan noch warten.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 01. März 2021 (03:22)
Symbolbild
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Über Nacht wurde ein Zwölfaxinger (Name der Redaktion bekannt) zum Hochrisikopatienten. Anfang Jänner trat bei dem 57-Jährigen eine Autoimmunerkrankung auf, bei der es zu einer eingeschränkten Reizübertragung vom Nerv auf den Muskel und somit zu einer Muskelschwäche kommt. Bei dem Zwölfaxinger tritt diese im Mundbereich auf. „Ich kann jede banale Infektionskrankheit bekommen und die kann mich kaltmachen“, erzählt er. 

Somit bedeutet auch eine Erkrankung an Covid-19 eine erhöhte Gefahr für ihn. Während seines Krankenhausaufenthalts in Wien haben die Ärzte versucht, einen Impfstoff für ihn zu bekommen. Eine Impfung vor der immunsuppressiven Behandlung, bei der das Immunsystem gedämpft wird, wäre weniger kompliziert gewesen, so der Zwölfaxinger. „Ich brauche jetzt wahrscheinlich drei statt zwei Impfungen“, lässt er wissen. 

Die Krankheit ist nicht nur für ihn selbst eine psychische Belastung, sondern auch für seine Ehefrau. Sie arbeitet in einem Kindergarten in Wien. Dort wird zwar das Personal getestet, die Kinder allerdings nicht. „Sie hat Angst, die Krankheit nach Hause zu bringen und mich anzustecken“, sagt er.  Der 57-Jährige versucht nun, bei der Impfung vorgereiht zu werden. Vorregistriert ist er bereits, Risikofaktoren konnte er aber keine angeben. „Wenn die Risikofaktoren nicht berücksichtigt werden, komme ich nicht dran“, beklagt er. 

Bei Notruf NÖ ist man bemüht, so viele Menschen wie möglich zu impfen, man muss sich aber an den Impfplan halten. Dieser sieht derzeit die Impfung der Personen ab 80 Jahren vor. Ist die erste Phase abgeschlossen, kommt die nächste Gruppe dran. Erst bei der Anmeldung können Risikofaktoren angegeben werden. Anhand dieser erfolgt die Reihung. Prognosen, wann die nächste Phase beginnt, sind nicht möglich. Dies hänge von der Lieferung des Impfstoffes ab, heißt es. Der Zwölfaxinger hofft jedenfalls, bei der nächsten Tranche geimpft zu werden.