Erneut herbe "Eber"-Kritik an Ortschef. Erneute Kritik der Bürgerliste in Ebergassing wegen „Kompetenzüberschreitung“.

Von Otto Havelka. Erstellt am 02. Dezember 2020 (05:55)
SP-Bürgermeister Roman Stachelberger betont: „Habe die Arbeiten am Sportplatz persönlich überprüft.“
Havelka

Kaum hatte sich Bürgermeister Roman Stachelberger (SPÖ) nach einer Beschwerde der Bürgerliste „Eber“ für die Auftragsvergabe eines „Darlehenschecks“ bei der Gemeindeaufsicht rechtfertigen müssen, folgte schon die „zweite Welle“: Die „Eber“ reichten erneut eine Aufsichtsbeschwerde beim Land ein. Diesmal werfen sie dem Ortschef vor, Subvention an den SC Ebergassing „entgegen den einstimmig erfolgten Beschluss des Gemeinderates“ genehmigt zu haben.

Im Jänner 2019 beschloss der Gemeinderat einstimmig, den SC Ebergassing anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums mit 20.000 Euro zu subventionieren. Dafür habe der Verein laut Beschluss „dementsprechende Belege, wie Angebote, Rechnungen beizubringen“. Im Frühjahr 2019 bewilligte Stachelberger die Überweisung von 17.800 Euro an den Sportverein für Reparatur und Adaptierung der Elektroinstallationen und Bewässerungsanlage. Basis für die überwiesene Summe waren vorgelegte Kostenvoranschläge. „Ich habe mich selbst am Sportplatz umgesehen, ob die Arbeiten auch durchgeführt wurden“, versichert der Bürgermeister. Daher habe er die Subvention laut Gemeinderatsbeschluss freigegeben.

Es ist bedauerlich, dass Gemeindevertreter einen hundertjährigen Verein der Gemeinde so in Misskredit bringen.“ Ebergassings Bürgermeister Roman Stachelberger (SPÖ)

Das reicht den „Eber“ nicht. Sie wollen Rechnungen sehen. Nach Ansicht des Ortschefs „nicht nötig“. Laut Gemeinderatsbeschluss reiche die Vorlage von „Angeboten“. Die Bürgerliste argwöhnt nun, dass das Geld „nicht bestimmungsgemäß verwendet wurde“. SC-Obmann Marko Lukic will dazu nichts sagen, zumal er erst seit Jänner 2020 dem Verein vorsteht. „Es ist bedauerlich, dass Gemeindevertreter einen hundertjährigen Verein der Gemeinde so in Misskredit bringen“, ätzt hingegen Stachelberger.

SP-Ortschef vermutet anderen Hintergrund

Der heftig kritisierte Bürgermeister vermutet hinter der Beschwerde einen anderen Grund: Nachdem wegen Ungereimtheiten im Vorstand 2019 die Auflösung des SC Ebergassing im Raum stand, hoffte der Football-Verein „Carnuntum Legionaries“ von Fischamend nach Ebergassing übersiedeln zu können. Daraus wurde nichts, und die „Legionaries“ müssen nun gegen Entgelt in Schwadorf spielen. Pikantes Detail: Der Footballer-Obmann, Andreas Rohringer, ist Gemeinderat der „Eber“.#

Christoph Antel und die „Eber“ üben massive Kritik am Vorgehen des Bürgermeisters.
NOEN

Dort hält man sich vorerst bedeckt: „Eber“-Sprecher Christoph Antel will „nichts zu der Aufsichtsbeschwerde sagen, bevor der Bürgermeister seine Stellungnahme abgegeben hat“.