Grünes Licht für Deponie. Rechtlich kann gegen die Deponie-Erweiterung der Springer GmbH nichts ausgerichtet werden.

Von Otto Havelka. Erstellt am 22. Juli 2020 (06:15)
Die Springer-Deponie soll auf das Niveau der benachbarten Deponien aufgefüllt werden. Widerstand der Gemeinde scheint trotz Unterschriften-Liste der Gegner zwecklos.
Havelka

Mehr als 500 Unterschriften legte SP-Bürgermeister Roman Stachelberger am vergangenen Mittwoch bei der amtlichen Verhandlung über eine Erweiterung der Springer-Deponie auf den Tisch. Die Unterzeichner wollen damit die geplante Deponie-Erweiterung verhindern.

Letztendlich wird die Unterschriftenliste vermutlich in irgendeinem Mistkübel entsorgt werden. Denn gegen das Projekt der Deponie-Erweiterung scheint kein Kraut gewachsen zu sein. Wie die NÖN berichtete, plant die Josef Springer Ges.m.b.H., ihre bestehende Bodenaushubdeponie in Ebergassing auszubauen. Derzeit ist ein Deponievolumen von rund 145.000 Kubikmeter bewilligt. Um die Deponiehöhe an die benachbarte Huber-Deponie anzugleichen, wurde nun eine Erweiterung um bis zu 66.000 Kubikmeter beantragt.
Nach einer ganztägigen Verhandlung mit Sachverständigen musste auch Bürgermeister Stachelberger klein beigeben: „Rechtlich gibt es nichts gegen das Projekt einzuwenden.“ Er rechne damit, dass „in ein paar Wochen“ ein positiver Bescheid zur Deponie-Erweiterung zugestellt werde.

VP-Ortsparteiobmann und selbst Landwirt in Wienerherberg, Anton Hietz, schließt sich der Sichtweise von Stachelberger an und bedauert: „Glücklich sind wir darüber nicht. Wir haben 30 Jahre Deponiebetrieb in Wienerherberg gehabt. Jetzt sollte Schluss sein“, meint Hietz. Zumindest eines scheint sicher zu sein: Die Zufahrt zur Springer-Deponie erfolgt über Rauchenwarth. „Es wird keinen zusätzlichen Lkw-Verkehr durch Wienerherberg geben“, versichert Stachelberger.

Zufahrt als einzig verbleibender „Hebel“

Stattdessen wittern die Gemeinden Rauchenwarth und Schwadorf die Chance auf zusätzliche Einnahmen. Denn die Zufahrt zur Deponie ist skurril. Abschnittsweise gehört die Straße zur Hälfte nach Rauchenwarth, die andere Hälfte zu Schwadorf. Die beiden Gemeinen wollen nun einen Beitrag zur Straßenerhaltung einheben. Ebergassings Gemeinderat Günter Kerndler (Eber) überlegt indes, wie man die unvermeidliche Deponieerweiterung in die Schranken weisen könne. So könne er sich zumindest am Wochenende ein Zufahrtsverbot vorstellen. Auch sei zu überprüfen, ob die 1,1 Kilometer Luftlinie entfernte Deponie bei schlechtem Wind nicht für eine unzumutbare Staubbelastung in Wienerherberg führe.

Deponiebetreiber Josef Springer war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar.