Streit endete mit Haft

Ein den Gerichten nicht unbekannter 25-Jähriger soll die Mutter seiner Ex-Freundin in Ebergassing bei einem Gerangel verletzt und zu nötigen versucht haben.

Erstellt am 06. Januar 2022 | 04:14
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Gericht Symbolbild
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Foto: Von Zolnierek, Shutterstock.com

Wenn auf jemanden der Begriff amtsbekannt passt, dann auf einen 25-Jährigen, der bereits auf zehn Verurteilungen zurückblicken kann. Und die kommen einer Niederösterreich-Rundreise gleich: Matzen, Deutsch-Wagram, Wiener Neustadt, Gänserndorf, St. Pölten, Tulln und Ebergassing. Aktuell musste er sich wegen sieben Anschuldigungen vor Richterin Monika Zbiral am Landesgericht Korneuburg verantworten.

Auch die aktuellen Vorwürfe waren ein Querschnitt des Strafgesetzes: Fortgesetzte Gewaltausübung, falsche Beweisaussage, schwerer gewerbsmäßiger Diebstahl, Vergehen gegen das Suchtmittelgesetz, Urkundenunterdrückung, versuchte Nötigung, Körperverletzung und ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Die umfangreichen Anschuldigungen machten zwei Verhandlungstage zur Beweisaufnahme notwendig. Viele der angeklagten Delikte gingen auf Anzeigen seiner ehemaligen Partnerin (24) zurück.

Langwierige Einvernahme der Ex-Partnerin

Zumindest ein Faktum – der Verstoß gegen das Waffengesetz – konnte zügig erledigt werden, da sich der 25-Jährige schuldig bekannte, bis 1. September 2021, trotz aufrechten Waffenverbots der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf, ein goldenes Butterflymesser besessen zu haben. Die meisten anderen Anklagepunkte erwiesen sich in vielen Punkten als nicht konsistent. Vor allem die Einvernahme der ehemaligen Partnerin beanspruchte aber verhältnismäßig viel Zeit.

Bei fünf Fakten sah Zbiral sehr wohl die 24-Jährige als treibende Kraft nach der Trennung: „Jetzt sind an allem Sie schuld. Sie will Sie möglichst reinreiten. Ich glaube Ihnen.“ Zumindest den Freispruch in dieses Punkten konnte der 25-Jährige auf der Habenseite verbuchen. Ein Vorfall am 4. September 2021 im und vorm Haus der Oma der Ex-Freundin in Ebergassing blieb letztlich als Verhandlungsgegenstand übrig. Im Rahmen eines Streits und Gerangels mit der Mutter seiner Ex-Freundin, habe er diese am Körper verletzt und versucht zu nötigen.

Da zeigte sich Zbiral eher geneigt, den Zeugenaussagen der Mutter und ihres Lebensgefährten zu glauben und verurteilte den 25-Jährigen dafür zu neun Monaten Freiheitsstrafe. Zbiral musste bei dem Vorstrafenregister des Mannes zudem eine offene Verurteilung von zwei Monaten widerrufen, womit sich die Strafe auf elf Monate summierte. In der Haft, in der er sich seit 13. September befindet, erreichte ihn auch noch die Aufforderung zur Stellung, wie ihn die Richterin wissen ließ, was der Mann mit einem trockenen „Ja, wird schwierig“ kommentierte.