ÖVP pocht  auf Unterführung in Himberg. ÖBB wird Kreuzung auf- lassen und verweist auf bestehende Alternative. Zu wenig für die ÖVP.

Von Otto Havelka und Gerald Burggraf. Erstellt am 29. April 2021 (03:23)
Die Kreuzung Ebergassinger Straße wird im Zuge des Umbaus des Himberger Bahnhofs aufgelassen.
Otto Havelka, Otto Havelka

Die ÖVP lässt nicht locker. Das Team um Obfrau Claudia Hofbauer will die Auflassung der Bahnkreuzung in der Ebergassinger Straße im Zuge der Umbauarbeiten beim Himberger Bahnhof nicht akzeptieren (die NÖN berichtete).

Zentraler Kritikpunkt ist, dass sich dadurch der Anfahrtsweg zu den Supermärkten an der B15 erheblich verlängert. Ausweichen müsste man um die wenige hundert Meter entfernte Überführung im Bereich der Gutenhofer Straße. „Wir haben die betreffende Eisenbahnkreuzung zur Auflassung beantragt“, betont ÖBB-Sprecher Christopher Seif jedoch einmal mehr.

Aufgrund der „vorhandenen Umwegrelationen“ habe das Verkehrsministerium zugestimmt, dass keine Ersatzmaßnahme notwendig sei. Eine Radwegunterführung mache ebenfalls keinen Sinn, allen voran wegen der hohen Kosten, da die Unterführung auf Grundwasserniveau errichtet werden müsste. Zudem wäre laut Seif die Radfahrerdichte sehr gering und beim Bahnhof würde eine Fuß- und Radwegunterführung geschaffen.

Auch Bürgermeister Ernst Wendl (SPÖ) sieht keine Möglichkeit für eine „Über- und Unterführung“. Denn: „Wegen der Grundeinlösungen sowie der Anbindung der Industriestraße technisch ist das nicht möglich“, hält der Ortschef fest.

Anrainerschutz für ÖVP nur ein „Mindestmaß“

ÖVP-Chefin Hofbauer kontert jedoch: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Sogar die Donau soll untertunnelt werden, also muss auch eine Unterführung machbar sein. Die Kosten dafür würden in etwa zehn Prozent der Gesamtkosten für den Bahnhofsumbau betragen.“ Zudem würden Projektkosten regelmäßig überschritten, „es kann also nicht am Geld allein scheitern“, ist sie überzeugt.

Die ÖVP-Mandatare Markus Ernst und Claudia Hofbauer sehen noch Potenzial für den Anrainerschutz entlang der Bahnstrecke in Himberg.
ÖVP, ÖVP

Die Kreuzungsauflassung ist aber nicht der einzige Kritikpunkt der Volkspartei. Auch der geplante Anrainerschutz der ÖBB im Ortsgebiet geht den Türkisen zu wenig weit. Denn Güterzüge können künftig mit 100 km/h, Personenzüge mit 160 km/h fahren. „Ein zeitgemäßer Anrainerschutz vor Lärm und Erschütterungen sollte dabei selbstverständlich sein. Bisher ist nur ein Mindestmaß geplant. Wir finden: Da muss viel mehr drin sein“, hält Hofbauerfest. Zudem sieht man sich durch Rückmeldungen aus der Bevölkerung bestätigt.

Bei der ÖBB sieht man das allerdings anders. „Zusätzlich zum Wegfall des lärmintensiven Pkw- und Lkw-Durchzugsverkehrs wird durch den Ersatz der Eisenbahnkreuzung Bahnstraße mit einer Fuß- und Radwegunterführung die bisher durch die Eisenbahnkreuzung unterbrochene Lärmschutzwand entlang der Bahn geschlossen“, hält Sprecher Seif fest. Die Lärmbelastung im Ort werde sich dementsprechend reduzieren – auch durch den damit reduzierten Verkehr im Ortskern. „Den Lärmschutzberechnungen liegen die letztgültigen Berechnungsrichtlinien zugrunde“, unterstreicht er.