Umstrittene Deponie „Kalter Berg“ genehmigt. Das Land NÖ, als zuständige Behörde, hat mit 16. Oktober die Errichtung der umstrittenen Deponie „Kalter Berg“ genehmigt. Gestern Dienstag wurde der Bescheid den beteiligten Parteien (Antragssteller, Gemeinden etc.) zugestellt.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 31. Oktober 2018 (13:52)
Atlas NÖ
In diesem Bereich soll die Deponie „Kalter Berg“ entstehen.

Der künftige Betreiber, die „Enzersdorfer Abfallwirtschaftsgesellschaft“ (EAVG), jubelt, die Gegner – allen voran die Gemeinden Enzersdorf und Göttlesbrunn-Arbesthal – sind empört. „Der Bescheid liegt jetzt bei unserem Anwalt. Am Montag haben wir dann einen Termin. Wir werden aber alle Rechtsmittel ausschöpfen um diese Umweltverschandelung zu verhindern“, poltert Enzersdorfs Bürgermeister Markus Plöchl (VP).

Zufahrtsfrage für Gemeinden ungelöst

Sein Amts- und Parteikollege Franz Glock aus Göttlesbrunn-Arbesthal schlägt auf Anfrage der NÖN in die gleiche Kerbe. Beide wollen die Genehmigung beeinspruchen. Dass es einen Bescheid gibt, obwohl die Frage der Zufahrt die die Gemeinden nach wie vor ungelöst ist, sorgt bei den beiden Ortschefs für Verwunderung. So sei ihm Rahmen der öffentlichen Verhandlung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eine Begehung vor Ort zugesagt worden. Diese habe aber nie stattgefunden, mokieren sich Plöchl und Glock.

Daher hat man mit einem Bescheid auch noch gar nicht gerechnet. Laut dem Enzersdorfer Bürgermeister sei zudem seitens der Behörde auf eine Stellungnahme seiner Gemeinde vom Juni dieses Jahres nie reagiert worden. Plöchl findet es zudem befremdlich, dass das Land erst vor wenigen Tagen das Projekt „Grüner Ring“ für das Wiener Umland präsentierte und nun eine Deponie genehmigt. „Hier werden auch gefährliche Stoffe, Asbest ist nun einmal gefährlich, abgelagert“, merkt er an.

Bescheid für EAVG „mängelfrei“

Laut dem Betreiber EAVG, einer Tochter des Baukonzerns Porr, handelt es sich bei der Genehmigung um einen „mängelfreien Bescheid“, wie ein Sprecher gegenüber der NÖN festhält. Natürlich rechnet man mit einem Einspruch, „dann dauert es halt noch ein wenig länger“, reagiert er relaxed. Er ist überzeugt, dass die Deponie entstehen wird. „Wenn nicht dort, dann darf man in Österreich nirgends mehr eine Deponie errichten“, ist der EAVG-Sprecher überzeugt.

Zudem schütze die EAVG die Umwelt, indem sie Abfälle geregelt entsorgt. Zudem wären an diesem Standort „keine Interessen beeinträchtigt“, so der Sprecher. Bei der Zufahrt gebe es zudem eine Lösung und er reicht den Kritikern die Hand: „Wir wollen das Projekt trotz allem in Zusammenarbeit mit den Gemeinden umsetzen.“