Historische Funde am DLH-Logistikcampus. Auf der Rückseite des Areals wird nach Schätzen gegraben – eine notwendige Maßnahme vor Bebauung.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 09. Februar 2019 (05:55)
privat/ Strob
Die Ausgrabungsarbeiten sollten in drei Monaten beendet sein.

Wer bauen will, muss zuerst graben – was im Grunde logisch klingt, hat am ehemaligen Spinnerei-Areal einen tieferen Sinn. Bevor das Teilgrundstück hinter der ursprünglichen Bestandshalle bebaut werden darf, mussten archäologische Grabungen unternommen werden.

„Das liegt daran, dass es sich um ein Fund-Hoffnungsgebiet des Bundesdenkmalamtes handelt“, erläutert Liegenschaftsinhaber Ernst Strobl. Will man das betreffende Areal bebauen, müssen zuerst verpflichtend etwaige historische Schätze geborgen werden – auf Kosten des Eigentümers. Die Grabungen auf dem rund 100.000 m großen Suchgebiet laufen seit etwas mehr als einem Jahr. „In zwei bis drei Monaten sind wir fertig“, erzählt Strobl.

Bisher wurden unzählige Teile von Tonkrügen, kleinen Broschen oder Bronzemesser gefunden, aber auch Tierskelette und ehemalige Grubenhäuser, die als Kühlschrank (daher Ton) oder Mistkübel genutzt wurden. Allesamt dürften sie auf die rund 3.000 Jahre zurückliegende Hallstatt-Zeit zurückgehen, die in der Region von 800 und 950 v. Chr. dauerte. Zwischen 50 und 100 Menschen sollen am Fuße des Hügels gelebt haben.

privat/Strob
Unzählige Teile von Tonkrügen wurden bisher gefunden.

„Leider war es bisher nicht sehr spektakulär. Es wurde nichts wirklich Wertvolles gefunden“, erzählt Strobl. Dennoch füllen die Fundstücke bereits 20 bis 30 Paletten an. „Gut dass wir ein Logistiklager sind“, lacht der Chef der Firma Cargoterminal, die weiterhin im alten Bestandsgebäude untergebracht ist.

Sobald die von Strobl engagierten Archäologen ihre Arbeit beendet haben, kann der Verkauf des Teilareals an DLH angegangen werden. „Dann gibt es keine behördlichen Barrieren mehr“, verweist der Eigentümer auf die geplante Errichtung von weiteren rund sieben Logistikhallen.

An drei gibt es laut DLH-Österreichchef Christian Vogt sogar bereits Interesse. „Das wäre die Hälfte der Fläche“, betont er. Man sei hier – wie für weitere drei Hallen – aber noch in Gesprächen.