Innovativer Partner für Pädagogik-Uni. In über 25 Kurzfilmen stellten die Kinder ihre Schule und den täglichen „offenen Unterricht“ in Enzersdorf vor.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 02. Februar 2017 (05:57)
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Anna und Rabia aus der 4. Klasse bei ihrer Moderation im Volksheim.

„In erster Linie ging es darum, die Eltern ins Boot zu holen und ihnen zu zeigen, was ihre Kinder so in der Schule machen“, erklärt Direktorin Silvia Puchinger den Hintergedanken zur „Movie Night“. Am Donnerstag waren zahlreiche Erziehungsberechtigte der Einladung ins Volksheim gefolgt, wo sie in über 25 Videos einen Einblick in das Leben in der Volksschule bekamen.

In sämtlichen Kurzfilmen präsentierten die Kinder selbst, wie sehr der offene Unterricht in Enzersdorf gelebt wird. Im Zuge des Bildungsregions-Projekts „Schule im Aufbruch“ entwickeln zahlreiche Schulen zwischen Fischamend, Hainburg und Moosbrunn Konzepte für individuelles Lernen. „Wir sind hier schon sehr weit“, berichtet Puchinger. So ist der Unterricht nicht notgedrungen ans Klassenzimmer gebunden, auch in der Aula kann auf Matten oder anderen Sitzgeräten gepaukt werden. Und auch bei den Hausübungen haben die Kinder eine gewisse Wahlmöglichkeit, welche Lerninhalte sie bis zum nächsten Tag zu Hause durchmachen wollen.

Partnerschule der Pädagogischen Hochschule Baden

Diese Besonderheiten wurden in den Filmen aus erster Hand von den Kindern erklärt. Auch durch die „Movie Night“ führten die Schüler. „Sie waren total stolz, sich selbst auf der Leinwand zu sehen. Uns ist es wichtig, die Selbstständigkeit der Kinder zu entwickeln“, erläutert Puchinger.

Passend zum innovativen Unterrichtsansatz darf sich die Enzersdorfer Volksschule seit Donnerstag auch offiziell Partnerschule der Pädagogischen Hochschule (PH) in Baden nennen. Direktor Erwin Rausch überreichte persönlich die Plakette. Im Schulalltag wird sich die Kooperation dadurch niederschlagen, dass ab sofort jedes Schuljahr PH-Studentinnen in Enzersdorf lehren werden.

Bereits im März kommen etwa fünf Letztsemester, um drei Wochen in den Klassen zu unterrichten. „Das passt uns gut ins Konzept, denn dann haben wir mehr Lehrer in der Klasse und können stark in die Einzelbetreuung gehen“, freut sich die Volksschulleiterin.

Drei der fünf Studentinnen sind Felicitas Misak, Devika Rajpal und Sophie Csikos. Sie freuen sich auf die Herausforderung. „Da können wir sicher viel mitnehmen“, betonen sie. Das hofft auch Puchinger, denn „sie werden am meisten von den Kindern lernen“.