Posting bringt 56-Jährigen vor Gericht

Erstellt am 19. August 2022 | 04:29
Lesezeit: 2 Min
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Ein Facebook-Posting wurde einem 56-Jährigen zum Verhängnis.
Foto: Shutterstock-Wachiwit
Enzersdorfer ließ sich zu bösem Kommentar gegen Polizisten hinreißen – 720 Euro Strafe.
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„Seit ich Medienrichterin am Landesgericht Korneuburg bin, bin ich nicht mehr auf sozialen Medien unterwegs“, fasst Richterin Monika Zbiral ihre Erfahrungen Facebook und Co. in einer Verhandlung zusammen, in der es um eine Beleidigung mittels eines Postings ging. Irgendwann nach dem ursprünglichen Post am 21. Februar dieses Jahres, der ein Video von angeblicher Polizeigewalt zeigen soll, hat sich ein 56-Jähriger aus Enzersdorf zu einem Kommentar hinreißen lassen.

Dieser Kommentar „Der wird sein fett noch abkriegen. So eine Kreatur. Am liebsten würde ich es selbst machen. Für mich ist er nur Abschaum“ erfüllte den Straftatbestand der Beleidigung, auch weil es sich um einen Polizeibeamten handelt. Der wollte es im Übrigen nicht hinnehmen, dass dieses Posting mit seinem Konterfei, das ihn als an der Amtshandlung Unbeteiligten zeigt, im Internet ungezügelte Verbreitung findet. Insgesamt zeigte der Bezirksinspektor 157 Personen an.

Der bisher unbescholtene 56-Jährige erklärte seinen Furor mit den Bildern der Gewalt aus dem Video. Sein Vater hätte seine Mutter bis ins hohe Alter geschlagen, und mit dem Post sei „alles hochgekommen.“ Warum er sich dann solche Posts ansähe, wollte Zbiral von ihm wissen. Es sei zufällig in dem Moment aufgepoppt, so die Antwort. Der sehr einsichtige bisher unbescholtene Mann wurde zu 720 Euro Geldstrafe verurteilt, wobei ihm drei Viertel der Strafe bedingt nachgesehen wurden.

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