Neustart nach Talsohle am Flughafen Wien-Schwechat. Neben Austrian Airlines (AUA) nehmen mit Juni noch zwölf weitere Fluglinien im Laufe des Juni ihren Betrieb wieder auf. Weitere Airlines wie Lufthansa, Eurowings oder KLM, die den Flugbetrieb nie gänzlich eingestellt hatten, erweitern zudem ihr Angebot.

Von Gerald Burggraf und Martin Dichler. Update am 16. Juni 2020 (07:08)
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Für den Flughafen ist aber der AUA-Neustart wohl der bedeutendste. Immerhin sorgt die Lufthansa-Tochter für mehr als 40 Prozent des Passagieraufkommens in Schwechat. Dementsprechend überschwänglich fiel auch der Post-Corona-Erstflug der AUA am Montag nach München aus – die NÖN war mit an Bord vertreten. Ebenso Austrian- Vorstandschef Alexis von Hoensbroech. Immerhin stand der Flug nach Bayern symbolisch für den Restart nach der Fixierung des 600 Millionen Euro schweren Rettungspakets für die größte heimische Fluglinie (die NÖN berichtete). 

Bereits um 06.30 Uhr hob der Flug mit der Kennung „OS 111“ planmäßig mit einem Embraer 195-Jet ab. Zuvor schritten die rund 80 Fluggäste am Weg zu ihrem Gate an einem Spalier aus 70 Mitarbeitern des AUA-Bodenpersonals vorbei. Begleitet von lauten Jubel und viel Applaus wurden so die Erstfluggäste zu diesem historischen Austrian-Erstflug willkommen geheißen. Eine noble Aktion, denn die Belegschaft kam in ihrer Freizeit nach Schwechat, um diesem geschichtsträchtigen Moment beiwohnen zu können.

Emotionaler AUA-Chef: „We are ready to fly“

Von Hoensbroech nahm die Gelegenheit war, um sich bei seinen Mitarbeitern für ihre Loyalität zu bedanken: „Die Verabschiedung am Flughafen Schwechat war ein emotioneller Moment für mich, Ziel war es immer die Fluglinie in die Luft zu bringen. Ich spreche wohl für alle 7000 AUA Mitarbeiter, wenn ich sage – We are ready to fly“. Natürlich sorgt die Coronapandemie für einen erhöhten Aufwand in Sachen Hygiene. Neben einer Maskenpflicht im gesamten Terminalbereich und an Bord sowie dem nötigen Mindestabstand, sind bei der AUA zusätzliche Schritte nötig.

So werden nach jedem Flug die Flugzeuge intensiv an Armlehnen, Tische und in den Toiletten gereinigt. Jeder Passagier erhält beim Betreten des Fliegers ein Desinfektionstuch zusätzlich ausgehändigt. In der Maschinen sorgen die Schwebstoff-Filter dafür, dass mehr als 99,9 Prozent aller Viren und Bakterien herausgefiltert werden. Laut dem AUA-Chef müssen sich Passagiere daher an Bord keine Sorgen über eine mögliche Ansteckungsgefahr machen.