Experten gegen Breitspurbahn. Die Verlängerung der Breitspurbahn in den Raum um Himberg sorgt seit Monaten für Aufregung. Die Grünen Gramatneusiedl luden nun zu einem Infoabend.

Von Max Stepan. Erstellt am 23. Januar 2020 (11:53)

Das Thema der Breitspurbahn beschäftigt Politik und Bevölkerung bereits seit Monaten und auch mit dem neuen Regierungsprogramm ist nicht zu 100 Prozent klar, was in Zukunft geschehen soll. Kritiker vermuten durch die Breitspurbahn eine starke Zunahme des Verkehrs in der Region und erhebliche Lärmbelastung und Luftverschmutzung. Außerdem würde durch den Bau viel Boden versiegelt werden und dadurch gäbe es noch mehr Verluste von landwirtschaftlichen Flächen.

Um mehr Klarheit über das Thema zu schaffen, initiierte der Grünen-Gemeinderat Sebastian Schirl-Winkelmaier einen Info- und Diskussionsabend zu diesem Thema im Gemeindezentrum Gramatneusiedl. Eingeladen wurden Experten, die Vorträge zum Thema hielten. Anwesend waren Harald Frey von der Technischen Universität (TU) Wien, Heinz Högelsberger von der Arbeiterkammer und Wolfgang Daniel von der Initiative „Gegen die Breitspurbahn“.

Experten sehen mehr Gegenargumente

Verschiedene Alternativen, wo sich dieser neue Terminal in der Region befinden soll, wurden im Laufe der Vorträge vorgestellt und die jeweiligen Nachteile wurden deutlich gemacht, so auch von Harald Frey von der TU: „Es wäre völlig unsinnig, die Breitspurtrasse von der Slowakei bis nach Ostösterreich zu verlängern.“ Wenig begeistert zeigte sich auch Heinz Högelsberger von der Arbeiterkammer: „Es sprechen mehr Argumente dagegen, als dafür. Zudem ist die Finanzierung noch völlig unklar.“

Bürgerinitiativen in Niederösterreich und im Burgenland wehren sich seit Anbeginn gegen die Breitspurbahn, so auch Wolfang Daniel von der Initiative „Gegen die Breitspurbahn“. Er verwies vor allem darauf hin, dass alle Bürger mithelfen sollten, um dieses Projekt zu verhindern: „Wichtig ist, dass die ganze Bevölkerung mitmacht, um einen starken Widerstand gegen die Breitspurbahn zu erzeugen.“

Bevölkerung ist besorgt

Nach den Vorträgen standen die drei Experten noch zu Fragen aus dem Publikum bereit. Einmal mehr wurden negative Stimmen gegen das Projekt laut, viele Gemeindebürger äußerten ihren Unmut wie zum Beispiel ein besorgter Bürger aus Gramatneusiedl: „Wir wollen nicht, dass unsere Lebensgrundlage zerstört wird, nur weil jemand behauptet, dass die Wirtschaft wachsen werde.“ 

Veranstalter Schirl-Winkelmaier betonte auch nochmals, dass er alles versuchen werde, um den Ausbau der Breitspurbahn zu verhindern: „Das Projekt würde eindeutig mehr Verkehr in unserer Region bedeuten und das wollen wir als Grüne definitiv nicht.“ Nun heißt es abwarten, am Mittwoch gab es im Nationalrat eine parlamentarische Anfrage betreffend der Anbindung an das eurasische Breitspur-Bahnnetz.