Erstellt am 07. März 2014, 08:31

Falscher Terroralarm am Flughafen Wien. Die Krise in der Ukraine hat am Flughafen Wien am Donnerstag Terroralarm ausgelöst. Der Linienflieger aus Brüssel nach Wien wurde wegen eines angeblichen Terroristen auf einen entlegenen Teil des Rollfeldes beordert.

Das Flugzeug wurde von der Spezialeinheit Cobra umstellt, zutage gefördert wurde aber nicht der angekündigte Terrorist, sondern der ukrainische Übergangspremier Arseni Jazenjuk.

Russische Kreise als Drahtzieher vermutet

Ein entsprechender Bericht der Tageszeitung "Kurier" wurde am Freitag von informierten Kreisen gegenüber der APA bestätigt. Die Landespolizeidirektion Niederösterreich wollte am selben Tag eine Stellungnahme zu dem Vorfall herausgeben.

Als Drahtzieher des falschen Alarms werden russische Geheimdienstkreise vermutet, schrieb der "Kurier".

Sollte Rückkehr in die Ukraine verhindert werden?

Jazenjuk hatte am Donnerstag am EU-Krisengipfel in Brüssel teilgenommen und wollte dann via Wien zurück in die Ukraine reisen. Irgendwelche Kräfte wollten das offenbar verhindern. Denn die Austro Control musste Terroralarm auslösen.

Austro Control-Sprecher Markus Pohanka erklärte dem "Kurier", dass während des Fluges von Brüssel nach Österreich bei der deutschen Flugsicherung eine Terrorwarnung eingegangen sei. Die deutschen Kollegen verständigten die österreichischen Kollegen am Zielflughafen Wien.

Premier erwischte Anschluss eine Stunde später

Bei der Austro Control wurde das für diesen Fall vorgesehene Standardprogramm gefahren. Das Flugzeug wurde nicht an ein Gate, sondern auf einen abgelegenen Teil des Flugfeldes beordert, wo schon die auf Flugzeugentführungen spezialisierte Sondereinheit Cobra wartete.

Die Polizisten umstellten den Flieger und brachten die Passagiere ins Freie. Alle Passagiere wurden vernommen. Kein Fluggast hatte aber irgendetwas von einem "Terroristen bemerkt".

Schließlich fand die Polizei den mutmaßlichen Grund für die Aufregung: An Bord befand sich auch der ukrainische Premier Jazenjuk. Die Passagiere konnten den Flughafen verlassen, und der ukrainische Premier konnte problemlos eine knappe Stunde später den Anschlussflieger nach Kiew besteigen.