Ein Einblick in den Alltag der Römer. Die Funde, die am Baugrund des neuen Seniorenzentrums in Fischamend gemacht wurden, sollen ausgestellt werden.

Von Stefanie Cajka. Erstellt am 08. Januar 2021 (03:24)
Im Zuge der Grabungen wurden zwei Streifenhäuser freigelegt, eines davon lag zum Teil unter dem Krepp-Haus.
Novetus GmbH

In den Sommer- und Herbstmonaten wurden auf jenem Grundstück, auf dem das neue Seniorenzentrum erbaut wird, archäologische Grabungen durchgeführt (die NÖN berichtete). Vor geraumer Zeit wurden diese abgeschlossen. Die Funde bieten einen Einblick in die Alltagskultur der damaligen Zeit und sollen in Zukunft der Bevölkerung präsentiert werden.

Laut Grabungsleiterin Michaela Binder von der Firma „Novetus“ handelte es sich dort um einen Teil eines römischen Siedlungsbereiches. In Fischamend habe es zur Römerzeit ein Kastell gegeben, das wahrscheinlich unter dem Namen „Aequinoctium“ bekannt war. „Man weiß allerdings sehr wenig darüber“, erklärt Binder. Durch die Grabungen habe nun erstmals großflächigere römische Siedlungstätigkeit in Fischamend nachgewiesen werden können. 

Ein tragbares Hausaltärchen aus Sandstein.  
Novetus GmbH

Dabei wurden etwa zwei große Streifenhäuser gefunden mitsamt Öfen, Abfallgruben und Brunnen. Diese werden so genannt, da die Häuser in Zivilstädten von der Straße aus streifenförmig angelegt waren. Ein Teil der Mauer eines solchen Hauses wurde, da sie recht gut erhalten war, von einem Restaurator geborgen und soll in Zukunft an einem geeigneten Platz in Fischamend aufgestellt werden. Bürgermeister Thomas Ram (Liste RAM) erklärt diesbezüglich: „Mein persönlicher Wunsch ist, dass man diese Mauer am Getreideplatz ausstellt.“ Es sei aber noch mit Experten abzuklären, wie die Mauer einerseits geschützt und andererseits präsentiert werden kann.

Zu den Fundstücken zählen auch kleine Hausaltare. Diese sind circa zehn Zentimeter hoch und aus Stein gemeißelt. „Das gibt einen Einblick in die Alltagskultur und Religion der Menschen“, weiß die Grabungsleiterin. Außerdem wurden etwa Bekleidungsreste, Münzen, Nähnadeln und Werkzeuge gefunden. Die Fundstücke werden laut Binder gereinigt, konserviert und von Fachleuten untersucht. Dann kommen sie ins Museum in Fischamend und können präsentiert werden. Auch Ram meint: „Das gehört einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.“ So werde gemeinsam mit den Museen geplant, in welcher Form die Fundstücke ausgestellt werden.