Ladendiebe sitzen ein. Langfingerduo aus Rumänien schlug erfolgreich in Korneuburger Supermärkten zu. In Fischamend ging es der Polizei ins Netz.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 18. September 2017 (11:41)
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„Wir sind die letzten zehn Jahre immer nur durch Österreich gereist. Wir sind nie aktiv geworden“, beteuert das rumänische Langfingerduo (38- und 46-jährig), und es erntet einen ätzenden Richterkommentar: „Oder nie erwischt worden.“

„Ursprünglich haben wir nur eine Arbeitsstelle gesucht, aber keine gefunden. Als uns das Geld ausgegangen ist und wir Hunger hatten, haben wird Lebensmittel gestohlen“, gibt das Duo Ladendiebstähle im Gesamtwert von 1.000 Euro in drei Korneuburger Supermärkten zu. „Zum Hunger gesellte sich offenbar auch ein massives Reinigungsbedürfnis. Es fanden sich unter der Diebesbeute unter anderen 20 Haarshampoos. Eine beschönigende Erklärung für die weiblichen Kosmetika wie Lippenstifte oder Eyeliner will ich gar nicht wissen. Als Beschuldigte können Sie mir viel erzählen, nur glauben muss ich es auch“, macht Richter Manfred Hohenecker dem Duo klar, dass er sich keinen Sand in die Augen streuen lässt.

"Leugnen ist zwecklos"

Er findet klare Worte: „Nur ein umfassendes Geständnis wirkt sich mildernd aus. Leugnen ist ohnehin zwecklos, denn auf einem Video sieht man deutlich, wie Sie Sachen einpacken und ohne zu zahlen das Geschäft verlassen.“

Das Duo nimmt sich die mahnenden Worte des Richters zu Herzen und legt ein Geständnis ohne Herumgerede ab. Es gesteht, nach Korneuburg in Fischamend in zwei Märkten zugeschlagen zu haben. Dabei sei es beim letzten Coup erwischt worden. „Und in Ihrem Wagen wurde die Diebesbeute aus Korneuburg gefunden“, ergänzt der Richter, und er verhängt über das einschlägig vorbestrafte Duo teilbedingte Freiheitsstrafen: je ein Jahr, davon muss es je vier Monate hinter Gittern absitzen. Rechtskräftig.