Wehrlose missbraucht. Schamlos nutzte 25-Jähriger das Vertrauen einer Freundin aus Kindertagen aus: Er verging sich an der Schlafenden.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 01. Februar 2017 (05:51)
Hahslinger
Richter Helmut Neumar verhängte über den Sexualstraftäter eine teilbedingte Haftstrafe.

Vom Spielgefährten in der Sandkiste und Schwarm in der Teenagerzeit wurde ein Fischamender zum besten Freund einer 23-Jährigen – ein sehr guter Freund, aber kein Liebespartner, betont die Geschädigte im Zeugenstand.

Umso geschockter sei sie gewesen, als sich der 25-Jährige im April des vergangenen Jahres an ihr Bett geschlichen und sich an ihr vergriffen habe. „Wenn es spät geworden ist, hat er oft auf der Couch bei mir übernachtet. Ich habe ihm vertraut, er war doch ein guter Freund und ich habe mir nichts dabei gedacht“, sagt das Opfer leise.

Der Fischamender bestreitet jedoch vor Gericht den sexuellen Übergriff und beteuert: „Ich hatte damals etwas zu viel getrunken. Es gab aber keinen Sex. Ich habe sie nur gestreichelt. Sie ist munter geworden und hat mir eine geknallt. Da bin ich gegangen.“ Nach einer gynäkologischen Untersuchung wusste die 23-Jährige aber, dass ein intimerer Kontakt stattgefunden haben muss und erstattete Anzeige.

Dies wertet der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Helmut Neumar als einen schlagenden Beweis. Er befindet den Angeklagten des Missbrauchs einer Wehrlosen für schuldig und verurteilen ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Der junge Fischamender muss davon sechs Monate hinter Gittern absitzen.

Das Urteil ist bereits rechtskräftig.