Angebot für Aktien. Der australische Fonds "IFM Global" will bis zu 29,9 Prozent an Anteilen am Schwechater Flughafen kaufen.

Erstellt am 15. Oktober 2014 (12:55)
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Der Flughafen Wien-Schwechat könnte bald einen australischen Miteigentümer haben.
NOEN, AUA

Der Aktienmarkt rund um den Flughafen Wien-Schwechat befindet sich seit Montag in Bewegung. Denn zu diesem Zeitpunkt gab der Airport in einer Aussendung bekannt, dass der „IFM Global Infrastructure Fund“ ein Angebot für eine Minderheitsbeteiligung am börsennotierten Unternehmen vorgelegt hat.

Dabei plant der australische Pensionsfonds, der im Namen von Millionen Arbeitnehmern Erspartes veranlagt, mittels der indirekten Tochtergesellschaft „Airports Group Europe“ zwischen 20 und 29,9 Prozent an Flughafen-Aktien zu erwerben.

Die Investoren des Fonds stammen laut Airport aus verschiedensten Ländern, wie Australien, Großbritannien, Europa oder den USA. Der „IFM Global Infrastructure Fund“ soll bereit sein, 80 Euro pro Aktie zu zahlen. Damit liegt das Angebot der Interessenten rund 30 Prozent über dem Börsen-Schlusskurs vom Freitag.

Stadt Wien und Land NÖ verkaufen nicht

Während die Länder Wien und NÖ keineswegs an einen Verkauf ihrer 20-Prozent-Anteile am Flughafen denken, bezeichnet Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger das IFM-Angebot gegenüber der APA als „fair und attraktiv“. Anleger müssten sich angesichts des „Veranlagungsnotstandes“ allerdings fragen, was sie im Falle der Annahme des Offerts mit dem erhaltenen Geld machen.

Neben den Ländern und dem Streubesitz von 40 Prozent der Flughafen-Aktien besitzen auch die Airportmitarbeiter sowie der britische Fonds „Silchester International Investors“ jeweils zehn Prozent an Anteilen. Mit Silchester habe IFM schon Gespräche geführt, über die Ergebnisse wollte Investment-Direktor Werner Kerschl nichts sagen.

Der australische Interessent hat nun zehn Tage Zeit, um die Offerte bei der Übernahmekommission vorzulegen, so ein Sprecher der Kommission. Diese wird innerhalb von elf Börsentagen entscheiden, ob das Angebot grünes Licht erhält.