„Bodypacker“ wandert zwei Jahre in Haft. Schmuggler eilte am Flughafen mit Bauchschmerzen zur Polizei.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 06. Dezember 2017 (04:01)
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Symbolbild

„Mit zwei einschlägigen Vorstrafen und Gefängnisaufenthalten kennen Sie sich ja schon aus, und Sie wissen, wie es abläuft“, eröffnete Richter Manfred Hohenecker den Prozess gegen den Drogenschmuggler (37) aus Nigeria.

Der Angeklagte nickte, dann erging er sich in Beschönigungsversuchen. Er sei erpresst und unter Druck gesetzt worden, deshalb habe er sich mit fünf verschluckten Kokainpäckchen (insgesamt 74,84 Gramm) in den Flieger gesetzt. In Schwechat gelandet, habe er sich dann sofort zur Flughafenpolizei begeben, schilderte er.

"Ich brauchte Geld"

„Sie hatten extreme Bauchschmerzen und Todesangst, deshalb sind Sie zur Polizei gegangen, um der Wahrheit den Vorzug zu geben“, entgegnete der Richter harsch und machte dem Nigerianer klar, dass die geschönte Verantwortung kein reumütiges und strafmilderndes Geständnis darstelle.

Nach Rücksprache mit seinem Verteidiger Michael Schnarch legte der 37-Jährige ein umfassendes Geständnis ab. „Ich brauchte Geld, um meine Frau und die Kinder zu versorgen. Deshalb habe ich mich überreden lassen“, gibt er zu. Der Nigerianer wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt.