Mutter in Not wurde zum Drogenkurier. Als Bettlerin auf den Straßen Madrids kam Alleinerziehende finanziell nicht über die Runden: Sie wurde leichte Beute für Dealer.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 19. Juli 2018 (04:36)
Symbolbild
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Beim Betteln vor einem Supermarkt in Madrid sei sie von einem Mann angesprochen worden; er habe ihr Geld für Drogentransporte angeboten: 1.500 Euro pro Kokain-Schmuggel mit dem Flieger von der spanischen Hauptstadt nach Wien. Eine enorm hohe Summe für die alleinerziehende Mutter (36) aus Nigeria, und sie ließ sich auf das lebengefährliche Geschäft ein.

Am 17. März dieses Jahres wurde die Nigerianerin mit ihrer Tochter an der Hand und drei mit Kokain gefüllten Behältnissen in ihrem Körper am Flughafen Schwechat verhaftet.

"Ich will mein Kind sehen"

Sprach die 36-Jährige bei der Polizei noch von mehreren erfolgreichen Drogentransporten, wollte sie vor Gericht nichts mehr davon wissen. Sie habe sich nur einmal mit Drogen auf den Weg gemacht und dabei sei sie erwischt worden: „Es war ein Riesenfehler, den ich nie wieder machen werden“, beteuert sie.

Der Richter entgegnet jedoch: „Nachweislich waren Sie aber öfters in Wien.“ Die 36-Jährige beteuert „nur zu Besuch bei Freunden“ gewesen zu sein. „Sie müssen betteln gehen, können aber für zwei Tage mit dem Kind nach Wien fliegen, um Freunde zu besuchen?“, bezweifelt der Richter die Erklärung der Nigerianerin.

Wegen Suchtgifthandels verhängte er eine Gefängnisstrafe in der Höhe von dreieinhalb Jahren über die Frau. Nach der Urteilsverkündung brach die alleinerziehende Mutter in Tränen aus und bat: „Ich will mein Kind sehen.“ Das Urteil ist nicht rechtskräftig.