Drei Jahre für Koksschmuggel

Ein 37-Jähriger wurde am Flughafen Wien-Schwechat mit einem Kilo Kokain erwischt. Er zeigte sich geständig und unterstützte die Behörden, die Hintermänner des Drogenrings zu identifizieren.

Christian Pfeiffer Erstellt am 23. September 2021 | 04:18
Prozess Gericht Symbolbild
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Vor einem Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Franz Furtner musste sich ein 37-jähriger deutscher Staatsbürger nigerianischer Herkunft wegen des Schmuggelns von über einem Kilo Kokain verantworten. Er wurde samt seinem Koffer, der mit einem doppelten Boden versehen war, von den Behörden am 28. April bei seiner Einreise nach Österreich am Flughafen Wien Schwechat aufgegriffen.

Der 37-Jährige, der seit diesem Tag in Untersuchungshaft sitzt, zeigte sich nach seiner Festnahme jedoch ungewöhnlich kooperativ. Verteidiger Timo Gerersdorfer hob in seinen Plädoyers besonders diesen Umstand hervor. Sein Mandant habe maßgeblich dazu beigetragen, Hintermänner dieses Drogenrings zu identifizieren, und aufgrund der „außergewöhnlichen Mitarbeit“ kämen die Behörden sogar der Verhaftung eines der „großen Fische“ entscheidend näher.

Erstes Drogendelikt 2018 in Frankreich

Der Senat würdigte das Verhalten des Angeklagten im Urteil, konnte aber nicht darüber hinwegsehen, dass es bereits seine zweite einschlägige Straftat war. 2018 war er erstmals für diesen Drogenring tätig. Damals flog er in das französisch regierte Martinique um die Drogen via Frankreich nach Österreich zu bringen. Damals scheiterte er in Frankreich und wurde dort zu 30 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, wovon er 15 verbüßte.

Drohungen durch das Drogenkartell

Die doppelte Tatbegehung rechtfertigte der Mann damit, dass er nach seiner Inhaftierung in Frankreich massiv unter Druck gesetzt worden sei, den „Schaden“ für die kriminelle Organisation wiedergutzumachen. Dabei sei auch seine Familie in Nigeria bedroht worden und deshalb habe er sich ein weiteres Mal – diesmal aus dem äthiopischen Addis Abeba kommend – zu dem Drogentransport bereit erklärt.

„Wenn ich die Lieferung mache, ist alles erledigt“, habe man ihm gesagt. Er sei umfangreich und reumütig geständig gewesen und er begebe sich und seine Familie in Gefahr, betonte Gerersdorfer in seinen Schlussworten und bat den Schöffensenat „alle Augen zuzudrücken.“ Soweit kam ihm das Gericht zwar nicht entgegen, jedoch wurde es mit drei Jahren ein Strafmaß im unteren Bereich des Möglichen. In seiner Begründung würdigte Richter Furtner ausdrücklich die Zusammenarbeit des 37-Jährigen mit der Polizei und nannte das Urteil „gerade noch schuld- und tatangemessen“. Der Mann nahm das Urteil an.