Zu Laut: Grüne wettern gegen Nachtflug-Belastung. Vizestadtchefin Brigitte Krenn & Co. pochen auf generelles Nachtflugverbot. Airport kontert: „Bewegungen gehen stetig zurück.“

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 05. September 2018 (00:54)
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Die Flugbewegungen in der Nacht sind ein Anlass zum Streit zwischen Grünen und Airport.
Burggraf

Bis zu 38 oder 39 Grad am Tag und auch in der Nacht nie weniger als 20 Grad – der vergangene Sommer wird als einer der heißesten in Erinnerung bleiben. Doch laut dem Grünen Gemeinderatsklub um Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn war es nicht nur heiß, sondern auch laut. In einem offenen Brief an die Flughafenvorstände Günther Ofner und Julian Jäger pochen sie auf ein generelles Nachtflugverbot.

Denn zahlreiche nächtliche Überflüge hätten Bewohner im Süden Schwechats, Zwölfaxing und in anderen angrenzenden Gemeinden teils um den Schlaf gebracht. Die geltende Nachtflugregelung, die die Flüge zwischen 23.30 und 5.30 Uhr auf 4.700 Bewegungen pro Jahr reduziert, sei zu wenig. „Gerade in den Sommermonaten wird mehr geflogen und in den Sommermonaten ist die Lärmbelastung für die Betroffenen größer – durch offene Fenster, aber auch durch das langsamere Steigen der Maschinen aufgrund der Wetterbedingungen“, so Krenn. Schwechat müsse leiser werden, fordern die Grünen.

Zielwert der Nachtflugbewegungen unterschritten

Am Flughafen weist man die Vorwürfe zurück, wie Sprecher Peter Kleemann gegenüber der NÖN betont. „Der Zielwert der Nachtflugbewegungen wurde in den letzten zehn Jahren um 3,5 Prozent unterschritten und im Jahr 2017 lag die Zahl auf dem Niveau von 2009. Im langjährigen Vergleich geht die Zahl der Nachtflugbewegungen stetig zurück“, betont er. Am Airport glaubt man vielmehr an einen ersten Auftaktgong im Gemeinderatswahlkampf. Gewählt wird übrigens voraussichtlich im Frühjahr 2020.

Zudem verweist der Flughafen auf den Mediationsvertrag, der im Dialogforum seine Fortsetzung findet. Darüber hinaus gebe es neben der Nachtflugregelung auch ein umfangreiches Lärmschutzprogramm, ein Lärmgebührenmodell und weitere Maßnahmen, die für die Betroffenen umgesetzt wurden.

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