Region fürchtet neue Belastungen

Die Verbindung des Flughafens mit der Ostbahn soll als Hochleistungsstrecke errichtet werden. Trasse noch unklar.

Erstellt am 27. April 2018 | 04:16
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
ÖBB railjet Zug Bahn Symbolbild
Am 4. und 5. Juli finden auch in St. Pölten Schleifarbeiten an der Zugstrecke statt.
Foto: ÖBB

Die Bahnverbindung, die zwischen Bruck und dem Flughafen entstehen soll, soll als Hochleistungsstrecke gebaut werden. Das wurde vom Ministerrat beschlossen und wird per Verordnung festgelegt. Damit kann laut ÖBB-Zeitplan noch heuer mit der Trassenplanung begonnen werden.

Anzeige

In den Gemeinden, die von der neuen ÖBB-Spange betroffen sein könnten, sieht man dem Bahn-Projekt mit gemischten Gefühlen entgegen. Zum einen wird die Verbindung der Ostbahn mit dem Flughafen seit Langem gefordert. Zum anderen fürchten all jene, die die Strecke tangieren könnte, künftig neuerliche Belastungen durch Lärm und Ähnliches.

In Bruck hat man zur Verordnung der Hochleistungsstrecke bereits eine Stellungnahme verfasst. Darin wird vor allem die Einbindung aller betroffenen Gemeinden in die Trassenplanung gefordert. Die Gemeinde weist zudem auf die „massive Vorbelastung der Region durch Fluglärm, Trassenlärm, aber auch Eisenbahnlärm“ hin.

Wir wollen uns nicht auseinanderdividieren lassen.“ Fischamends Bürgermeister Thomas Ram (Liste RAM)

Im Brucker Gemeinderat hat man nach einer Besprechung der Bürgermeister beschlossen, in allen Belangen, die die Spange betreffen, eine Interessensgemeinschaft mit den anderen betroffenen Gemeinden zu bilden. „Wir wollen uns auch gemeinsam rechtlich vertreten lassen“, kündigt SP-Bürgermeister Richard Hemmer an.

„Wir Gemeinden haben schon bei der A4 und der Spange Götzendorf gut kooperiert und sind gemeinsam aufgetreten. Auch hier wollen wir uns nicht auseinanderdividieren lassen“, betont Fischamends Bürgermeister Thomas Ram (Liste RAM). Es sei wichtig, dass die Bevölkerung nicht noch mehr belastet werde. „Aus Fischamender Sicht ist eine Untertunnelung der Stadt eine Kernforderung. In anderen Fällen wie Lainz war das ja auch möglich. Sind unsere Bürger weniger wert als andere?“, so Ram, der sich auch Verbesserungen auf der S7-Strecke erwartet.

Kleinneusiedls Bürgermeister Leopold Winkler (SP) möchte auf jeden Fall an Gesprächen mit der ÖBB teilnehmen. Er habe nämlich „Gerüchte gehört, dass die ÖBB planen könnte, einen Teil der Spange Götzendorf zu nutzen und auf Höhe der Firma Swietelsky Richtung A4 abzubiegen“. Auch aus seiner Sicht wäre ein Tunnel durch Fischamend „die Ideallösung“.

"Wir Gemeinden werden natürlich an einem Strang ziehen"

Schwadorfs Bürgermeister Jürgen Maschl (SP) betont ebenfalls: „Wir Gemeinden werden natürlich an einem Strang ziehen. Allerdings wird es auch notwendig sein, dass wir Projektdetails von höherer Stelle bekommen.“

Ähnlicher Meinung ist auch Trautmannsdorfs Bürgermeister Heinz-Christian Berthold (VP). Er will den Bürgern keinen zusätzlichen Lärm oder Emissionen auflasten müssen. „Durch die Autobahn, die Dritte Piste und die Deponie ‚Kalter Berg‘ gibt es bei uns schon genügend Belastung“, erklärt er.

Göttlesbrunns Bürgermeister Franz Glock (VP) erhofft sich von der Zusammenarbeit ebenfalls, stärker in das Projekt eingebunden zu werden. Sein zentrales Anliegen ist, dass die Trasse in möglichst großem Abstand zur Gemeinde verläuft.