Luftfahrt macht Pause. Leere Terminals und Parkhäuser sowie abgestellte Flugzeuge prägen das Bild am Airport.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 25. März 2020 (03:05)
Seit Donnerstag stehen die Maschinen der größten heimischen Fluglinie Austrian Airlines (AUA) nur noch in Reih und Glied.
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Freitag, 7.30 Uhr: Normalerweise starten und landen im Minutentakt Flieger am Schwechater Flughafen. Vereinzelte Triebwerksgeräusche sind zwar noch zu hören, doch ist die nahe Ostautobahn vom Lärmpegel her fast dominanter. Die Anzeigetafeln für ankommende wie abfliegende Flüge weisen für den ganzen Tag nur noch etwas mehr als 50 Flüge aus.

Kein Wunder, ist doch der Linienflugbetrieb mit dem Betriebs-Stopp von Austrian Airlines (AUA) und „Lauda“ de facto zum Erliegen gekommen. „Es finden nur mehr wenige Linienflüge von einzelnen Airlines, wie zum Beispiel Qatar, ANA oder Emirates statt“, weiß Pressesprecher Peter Kleemann. Und hierbei handelt es sich auch großteils um Verbindungen, die Österreicher zum Heimkommen nutzen. Darüber hinaus gibt es vom Außenministerium organisierte Rückholflüge.

Keine Menschenseele im Terminal 1 des Flughafens. Aufgrund der Einstellung des Betriebs von AUA und „Lauda“ wird der gesamte Passagierverkehr imTerminal 3 abgewickelt.
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Somit tummeln sich doch noch einige Reisende in der Ankunftshalle im Terminal 3. Viele sind mit Mundschutz oder Handschuhen ausgestattet. Die Coronakrise ist auch hier allgegenwärtig. Dazu tragen auch die sich minütlich abwechselnden Durchsagen bei. Einerseits wird auf die Reduktion sozialer Kontakte hingewiesen und andererseits darauf, den Sicherheitsabstand von zwei Metern einzuhalten.

Taxifahrer sind teils freiwillig im Dienst

Die Auswirkungen der Krise spüren auch die Flughafen-Taxis. Die Nerven vieler Kunden liegen blank. Bei der Firma „Airport Driver“ zeigt man Solidarität. „Etwa 25 bis 30 Fahrer sind freiwillig im Dienst, um die Heimkommenden schnell nach Hause zu bringen“, erzählt eine Taxifahrerin im Gespräch mit der NÖN. Das sei ihnen ein Anliegen, dafür stehe man auch rund um die Uhr parat.

Bewegung gibt es jedoch nur noch im Terminal 3, denn von dort aus werden alle Flüge abgefertigt. Der Terminal 1, in dem normalerweise „Lauda“-Passagiere einchecken, gleicht hingegen einer Geisterhalle. „Burger King“ oder die Konditorei „Aida“ sind zu, einzig die „Billa“-Filiale und die Apotheke sind noch offen. Die fehlende Kundenfrequenz spürt man vor allem im Supermarkt enorm. „Wir haben gestern circa 15 Prozent unseres Normalumsatzes gemacht“, berichtet die „Billa“-Marktleiterin.

Die Anzahl der ankommenden Flüge ist derzeit überschaubar.
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Augenscheinlich wird der Notbetrieb auch in den Parkgaragen. Im Hauptparkhaus 4 ist bereits auf Ebene 2 alles leer. Das Billighotel „Moxy“ etwa hat geschlossen und auch sonst ist es ungewohnt ruhig. Bei der Flughafen Wien AG gibt es ab 1. April Kurzarbeit. Bis dahin werden Überstunden und Alt-Urlaube abgebaut.

In der Belegschaft wird der Fahrplan des Vorstandsduos Julian Jäger und Günther Ofner goutiert, wie die Betriebsräte von Arbeitern sowie Angestellten festhalten. „Viele sagen ‚Danke‘ wegen der Job-Garantie. Das bietet zumindest für die nächsten drei Monate Planungssicherheit“, erzählt Angestellten-Betriebsratschef Thomas Schäffer. Im Bereich der Arbeiter gibt es vor allem am Vorfeld immer noch viel zu tun. So bestätigen Airport-Sprecher Peter Kleemann und Vize-Arbeiterbetriebsratsvorsitzender David John, dass man im Frachtbereich kaum Veränderungen sehe. Mit Koren Air, Asiana Airlines und Turkish Airlines landen drei Fluglinien regelmäßig mit reinen Frachtmaschinen in Schwechat.

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