Tobend die Abschiebung verhindert

Marokkaner (31) von Kapitän aus Flugzeug geworfen. Nun sitzt er ein.

Erstellt am 11. Januar 2019 | 04:14
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Polizei Symbolbild
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Foto: Weingartner-Foto

Nationalität, Name und Alter stellte der als Ahmed S. (31) angeklagte Marokkaner beim Prozess wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt in Frage. „Sie sind auf alle Fälle kein Jugendlicher mehr“, beendete der Strafrichter die beginnende Debatte und befragte den 31-Jährigen zu dem Vorfall am 25. November des Vorjahres.

„Ich habe keinen Polizisten geschlagen und keinen Widerstand geleistet“, beteuerte der Marokkaner seine Unschuld. Zeugen schildern die Geschehnisse jedoch ganz anders: Im Flieger habe er zu schreien und zu toben begonnen, als er nicht mit dem Kapitän sprechen durfte. Er habe sich nicht beruhigen lassen und sei dann auf den Sitz gesprungen. Zudem habe er wild um sich geschlagen und sich den Polizeibeamten widersetzt. Letztlich sei der Tumult mit dem Rauswurf des 31-Jährigen aus dem Flugzeug beendet worden.

„Sie haben geschafft, was Sie wollten – die Abschiebung verhindert. Und, Sie bleiben noch länger“, kommentierte der Richter trocken. Er verhängte über den vorbestraften Marokkaner eine einjährige Gefängnisstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.