Wilde Flucht durch Airport hat Folgen. Mutmaßlicher Drogenschmuggler stieß bei Verfolgung Frau um. Urteil: ein Jahr Gefängnis.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 24. Januar 2018 (04:31)
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„I am sorry“, kommt es leise von dem Nigerianer und er verbeugt sich devot vor dem Richter. „Ist das jetzt ein Geständnis?“, will Richter Manfred Hohenecker wissen. „Ja“, lässt der 40-Jährige per Dolmetsch wissen und gesteht, dass er bei der Befragung durch den Zollbeamten Reißaus genommen und auf der Flucht quer durch den Flughafen eine Frau über den Haufen gerannt habe. Dass die Frau zu Boden gestürzt und mit dem Kopf hart auf dem Beton aufgeschlagen ist, will der Nigerianer nicht mehr gesehen haben: „Ich hatte nichts Böses vor“, beteuert er.

„Ich habe ihn nach Drogen gefragt. Er machte widersprüchliche Angaben und begann heftig zu schwitzen. Dann wurde er plötzlich laut und lief aus dem Büro, ich hinterher“, schildert der Beamte. Schlussendlich habe die Verfolgungsjagd nach einem erfolglosen Zugriff auf der Herrentoilette mit der Festnahme des Nigerianers am Damen-Örtchen geendet. „Drei Beamte waren erforderlich, um ihn vom WC runterzureißen. Es gelang ihm aber noch, die Spülung zu betätigen“, erzählt der Zöllner.

Drogen wurden bei dem 24-Jährigen dann nicht gefunden und somit verblieb es bei einer Anklage wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung (an Frau und Beamten). Der wegen Drogendelikten vorbestrafte Nigerianer wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Der 40-Jährige gab jedoch noch keine Erklärung zum Urteil ab, dieses ist damit noch nicht rechtskräftig.