Gemeindevertreter: Keine Einigung auf Korridor. Enzersdorf an der Fischa will das Projekt falls nötig durch alle Instanzen bekämpfen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 30. Juni 2020 (10:40)
Flughafen Wien AG

In Bezug auf die geplante Bahnspange vom Flughafen Wien nach Bruck a.d. Leitha haben Vertreter der Gemeinde Enzersdorf a. d. Fischa (Bezirk Bruck a. d. Leitha) festgehalten, dass bisher "keine gemeinsame Einigung über die Streckenführung" mit den beteiligten Kommunen vorliege. Das Projekt werde falls nötig "durch alle Instanzen" bekämpft, wurde am Dienstag in einer Aussendung betont.

Die ÖBB hatten Anfang Juni mitgeteilt, dass Untersuchungen für eine konkrete Trassenfindung für die sogenannte Flughafenspange eingeleitet würden. Das Projekt solle im Bereich der künftigen B260 liegen und mit der Ostbahn gebündelt werden. Es handle sich um den südlichsten der vier möglichen Trassenkorridore.

Genau diese Festlegung des Trassenkorridors werde seitens der betroffenen Gemeinden nicht mitgetragen, betonten Gemeindevertreter am Dienstag. Das nicht vereinbarte "Vorpreschen der ÖBB" sei "wohl abgesprochen und vorsätzlich" geschehen, befand Markus Plöchl (ÖVP), der Bürgermeister der Gemeinde Enzersdorf a. d. Fischa. Die Kommune habe mehrfach widersprochen, betonte Vizebürgermeister Werner Herbert (FPÖ), der die Gemeinde beim "Runden Tisch" - einem Gremium von Vertretern der ÖBB, der Länder Niederösterreich und Burgenland, des Flughafens Wien sowie von neun Kommunen der Region - repräsentiert.

"Als von der Bevölkerung gewählte Vertreter werden wir uns weder vom ÖBB Management noch von einem 'Runden Tisch' vorschreiben lassen, welche Strecken näher geprüft oder nicht geprüft werden", hielten Bürgermeister und Vizebürgermeister fest. Es gehe unter anderem um die Umweltverträglichkeit sowie um 1,2 Mrd. Euro Steuergeld.

Die Flughafenspange soll laut ÖBB für schnelle und direkte Verbindungen aus dem Nordburgenland und dem Osten Niederösterreichs zum Flughafen Wien und in die Bundeshauptstadt sorgen, ebenso zwischen Wien und Budapest sowie Bratislava und dem Airport. Die geplante Hochleistungsstrecke wäre damit auch ein Beitrag zur Reduktion von Kurzstreckenflügen, argumentierten die Bundesbahnen.