Angestellte warten noch auf Juni-Gehalt und Urlaubsgeld. Am Freitag haben zwei Betriebsversammlungen des in die Insolvenz geschickten Billigfliegers Level stattgefunden. Offen seien noch das Juni-Gehalt und das anteilige Urlaubs- bzw. Weihnachtsgeld, teilte die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) am Freitag mit. Die offenen Entgeltforderungen werden beim Insolvenzentgeltfonds eingebracht.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 26. Juni 2020 (10:58)
Willy Kraus

Die Betriebsversammlungen am Freitag waren der Aussendung zufolge von Betriebsrat, Masseverwalter und Kammer organisiert. Wegen der Corona-Regelungen seien die Beschäftigten in zwei Gruppen zu je höchstens 100 Personen aufgeteilt worden.

Die AKNÖ wies auch darauf hin, dass bei Level Europe in den Monaten vor der Insolvenzeröffnung Kurzarbeit gegolten habe. Zusammen mit den Fristenläufen im Insolvenzverfahren führe das dazu, dass die offenen Gehälter und Sonderzahlungen der Beschäftigten deutlich komplizierter zu berechnen seien als sonst. "Bis vor zwei Tagen wusste niemand, wie das geht", sagte AK-Insolvenzexperte Felix Hochedlinger.

Angemerkt wurde seitens der AKNÖ auch, dass der Insolvenzentgeltfonds vor allem bei Großinsolvenzen "normalerweise sehr schnell" arbeite. "Wir gehen daher davon aus, dass das Geld noch im Juli am Konto sein sollte."

Der Kammer zufolge entscheidet sich in den kommenden Tagen auch, welche Unternehmensteile der Masseverwalter zumindest vorübergehend schließt. Die betroffenen Beschäftigten könnten dann "ihren berechtigten vorzeitigen Austritt" aus dem Unternehmen erklären. Zu den Details will die AKNÖ kommende Woche in Betriebsversammlungen informieren.