Friends müssen raus. Nach Ankündigung, Vereinslokal zu räumen, machten „Friends 2000“ ihrem Unmut Luft. 500 Unterschriften übergeben.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 25. Juni 2014 (09:56)
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Symbolbild

Besuchern des Bügermeisterplatzls in Rannersdorf ist es bei ihrem Weg zum erhofften Austausch mit dem Bürgermeister aufgefallen – einige Fenster der Volksschule waren mit Absperrbändern und Schildern verhängt. Der dort seit über zehn Jahren angesiedelte Jugendverein „Friends 2000“ wollte damit auf die bevorstehende Schließung aufmerksam machen.

Im Februar dieses Jahres kündigte Bürgermeister Gerhard Frauenberger, SPÖ, an, dass er die Vereinsräumlichkeiten in einen Lagerraum umfunktionieren wolle. Seither kämpfen die Jugendlichen um eine Alternative, die ihnen seitens der Stadtregierung versprochen wurde. Am 16. Juni wurde dem Verein aber mitgeteilt, dass sie bis zum Ende der nächsten Woche räumen müssen. „Nach dieser Nachricht haben wir uns entschlossen, das Bürgermeisterplatzl zu nutzen, um uns noch einmal Gehör beim Bürgermeister zu verschaffen“, begründet Jörg Liebenauer, langjähriges Vorstandsmitglied, den Aktionismus.

„Vor Monaten wurde uns eine Lösung versprochen“

Außerdem wollten sie die gesammelten Unterschriften übergeben. Fast 500 Bürger haben sich gegen die ersatzlose Schließung ausgesprochen. Allerdings konnte Gerhard Frauenberger kurzfristig nicht selbst kommen. „Dass er nicht persönlich hier ist, ist schon eine riesige Enttäuschung“, ärgert sich Vereinsobfrau Cornelia Nohel. Also übergab sie die Unterschriften an Vizebürgermeister Franz Semtner. In einer emotionalen Diskussion versuchte er vergeblich, gemeinsam mit Jugendstadträtin Ina Mlada, die Jugendlichen zu beruhigen. „Vor Monaten wurde uns eine Lösung versprochen, alles was uns jetzt angeboten wird, ist ein Raum um die Vereinssachen zu lagern. Damit habt ihr das erfolgreiche Jugendprojekt Friends 2000 umgebracht“ schäumt Vorstandsmitglied Stefan Nohel.

Wie es mit den Friends nun weitergeht, ist ungewiss. Eines zeigte sich: Die Jugend will das Projekt weiterführen. So wurde ein weiterer Gesprächstermin mit der Stadträtin vereinbart, um mögliche Alternativen abzuklären. „Ein früheres Angebot seitens der Gemeinde, welches zuerst abgelehnt wurde, ist derzeit noch offen. Andere Räumlichkeiten hat Gemeinde derzeit leider nicht zur Verfügung“, so Stadträtin Inna Mlada , SPÖ.