Zuflucht für Räuber: Milde Bestrafung für 46-Jährigen. Richter gesteht Helfer des flüchtenden Bankräubers Aussagenotstand zu und verhängt 15 Monate auf Bewährung.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 30. Januar 2018 (02:28)
Lenger
Der 46-Jährige hatte dem Bankräuber, der die Sparkassenfiliale in Moosbrunn überfallen hatte, Unterschlupf gegeben.

„Kommen Sie auf den Punkt“, beendet Richter Manfred Hohenecker das Herumgerede des Beschuldigten (46) und will wissen: „Haben Sie nach dem Überfall auf die Sparkasse in Moosbrunn den Bankräuber auf der Flucht im Keller versteckt, dann die Tatkleidung verbrannt und dafür 5.000 Euro erhalten?“

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Der Helfer des Bankräubers (46) kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Es folgt kein klares Ja, der 46-Jährige präsentiert wortreich eine geschönte Version: „Es war nicht nur wegen des Geldes. Ich hatte auch Angst um meine Familie, die war oben in der Wohnung.“ Nur stockend räumt er dann ein, dass ein Bekannter mit G. in den Keller geschneit sei und er dann geholfen habe. „Beide waren bleich im Gesicht und G. hatte eine Tasche mit Geld dabei. Dann erzählten sie vom Überfall“, schildert der 46-Jährige und gibt zu, dass er, während sein Bekannter einen anderen Fluchtwagen organisierte, dem Räuber Zuflucht gewährte und dessen Kleidung vernichtete.

Spuk sei nach einer halben Stunde vorbei gewesen

Dafür habe er dann 5.000 Euro von der Beute erhalten. Der ganze Spuk sei dann nach einer halben Stunde mit dem Verschwinden der beiden Männer vorbei gewesen, erklärt der 46-Jährige seufzend und gibt noch seine Falschaussage bei der Polizei zu.

Der Richter gesteht dem bislang unbescholtenen und vierfachen Familienvater in der damaligen Situation einen Aussagenotstand zu und verhängt über ihn 15 Monate auf Bewährung. Nicht rechtskräftig.

Dem Bankräuber und dem weiteren Helfer steht der Prozess noch bevor.