Schwadorfer Gastro-Ära geht zu Ende. Die Familie Huber sperrt ihr Schwadorfer Gasthaus mit Ende des Jahres.

Von Max Stepan. Erstellt am 08. September 2021 (05:55)

Nichts hält für die Ewigkeit, ist ein oft gebrauchter Spruch. Daran ändert im Fall des Gasthauses Huber auch der Beiname „Zum ewigen Leben“ nichts. Denn die Betreiberfamilie sperrt mit Jahresende zu, wie Chefin Sigrid Huber-Glatzer der NÖN bestätigte.

Aus Altersgründen hört sie in den kommenden Wochen mit dem Geschäft auf. Doch für ihre Schwester, mit der sie den Familienbetrieb bereits seit 35 Jahren betreibt, ist die alleinige Übernahme kein Thema. 

„Mit meiner Pension werde ich aus dem Gastronomiebetrieb aussteigen. Für meine jüngere Schwester ist es aber nicht möglich, das Gasthaus alleine weiterzuführen. Darum haben wir uns auch dazu entschlossen, mit Ende des Jahres zuzusperren“, erklärt Huber-Glatzer. 

Wir gehen mit einem weinenden und einem lachenden Auge“
Gasthaus-Chefin Sigrid Huber-Glatzer

Aus der Familie bietet sich laut Huber-Glatzer auch niemand an, der den Gastronomiebetrieb in Zukunft übernehmen könnte. Nachwuchs von den beiden Schwestern gibt es keinen, das Gewerbe war dafür in den letzten Jahrzehnten zu bestimmend im Alltag schmunzelt die Betreiberin: „Wenn man ein Lokal solange betreibt, bleibt oft keine Zeit auch noch nebenbei eine Familie zu gründen. Das Gasthaus hat uns sicher viel abverlangt. Wir gehen aber mit einem weinenden und einem lachenden Auge.“

Das Gasthaus selbst gibt es bereits seit über 100 Jahren. Die Familie konnte ein Foto finden, das ungefähr um das Jahr 1890 datiert ist (siehe Foto unten). Damals war das Lokal noch im Besitz eines Gastronomen namens Anton Hittinger. Zu dieser Zeit trug das Gasthaus bereits den Beinamen „Zum ewigen Leben“, der schließlich bis heute erhalten blieb. „Als wir 1986 unseren Familienbetrieb eröffneten, haben wir uns entschieden den Namen beizubehalten, da er uns gefiel.“

Zukunft des Lokals ist derzeit noch ungewiss

Wie es mit dem Gasthaus in Zukunft weitergehen wird, weiß Huber-Glatzer noch nicht. Bis Ende des Jahres wird der Betrieb weitergeführt, danach steht das weitere Vorgehen noch offen. „Wir wollen derzeit auch noch nicht spekulieren, wie es weitergehen wird. Wir erhoffen uns für unser Gasthaus auf jeden Fall einen würdigen Nachfolger, dies liegt aber nicht in unserer Hand“, unterstreicht sie.

Viele Gerüchte, die sich derzeit im Ort herumsprechen, weist die Betreiberin konsequent zurück: „Wir können versichern, dass noch niemand weiß, wie es mit dem Gasthaus weitergeht. Darum sind die derzeitigen Gerüchte, die sich verbreiten, Unsinn“, ergänzt sie. Dass die Schließung des Gasthaues Huber in Schwadorf das Ende einer Ära bedeutet, steht außer Frage.

Über die Gemeindegrenzen hinweg war das Lokal bekannt und ein beliebter Ort für familiäre Zusammenkünfte, ein gemütliches Mittagessen oder aber ein Treffpunkt für Vereine. Ein Verlust für die Schwadorfer Gastronomieszene ist die Schließung auch für Bürgermeister Jürgen Maschl (SPÖ): „Die Familie Huber hat uns hier in Schwadorf über Jahre hinweg ein ausgezeichnetes Gasthaus geboten. Wir wünschen den Betreibern alles Gute für die Zukunft.“ 

Gutscheine für das Lokal, die noch im Umlauf sind, können übrigens bis Dezember eingelöst werden.  „Wir möchten uns bei allen treuen Gäste über die Jahre hinweg bedanken. Es war sicher nicht leicht für uns, diese Entscheidung nun zu treffen“, betont Huber-Glatzer.