Theaterclub Schwechat: „Niemals vergessen“. Der Schwechater Theaterclub erinnert am kommenden Wochenende an das Arbeitslager „Wien-Schwechat 2“.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 08. August 2019 (04:01)

Mehr als 3.000 Häftlinge aus zehn Nationen schufteten zwischen 1943 und 1945 für die deutsche Rüstungsindustrie. Über 200 kamen bei der Arbeit in den dortigen Heinkel-Werken ums Leben – das ist die erschreckende Bilanz des Arbeitslagers „Wien-Schwecht 2“. Es wurde am Areal des heutigen Flughafens als Außenstelle des Konzentrationslagers Mauthausen errichtet.

An diese Zeit erinnert heute ein Gedenkstein, der im Jahr 1995 unmittelbar hinter dem Hauptgebäude von Austrian Airlines (AUA) enthüllt wurde. Allerdings ist die Erinnerungsstätte nicht öffentlich zugänglich, was den Theaterclub Schwechat um das Theater Forum-Chefduo Manuela Seidl-Fischer und Daniel Truttmann zur Entwicklung eines Projekts bewegte.

Daher wird am kommenden Wochenende im Rahmen des Viertelfestivals, das heuer im Industrieviertel stattfindet, das dreitägige Gedenkfest „Niemals vergessen – ein Fest im Jahre 1944“ im Felmayergarten neben dem Salettl über die Bühne gehen. „Mich beschäftigt diese Epoche (die Zeit des Nationalsozialismus, Anm.) sehr. Ich dachte mir, es wäre interessant, mit Zeitzeugen zu sprechen. Im Zuge der Ideenfindung bin ich dann auf das Denkmal gestoßen“, erzählt Seidl-Fischer im Gespräch mit der NÖN.

"Niemand weiß mehr etwas über das Arbeitslager 'Wien-Schwechat 2'"

Damit das Gedenkmahl, ebenso wie diese dunkle Zeit österreichischer und auch Schwechater Geschichte, nicht in Vergessenheit gerät, wird es im Rahmen des Festes Bustouren zum Flughafen geben. „Eigentlich weiß niemand mehr etwas über das Arbeitslager ‚Wien-Schwechat 2‘. Bei unseren Touren wird es dann einige Infos dazu geben“, erläutert die Cheforganisatorin. Im Festzelt wird es zudem eine Ausstellung mit Bildern von Stadt-Archivar Adolf Ezsöl geben sowie werden vier Videoblöcke mit Zeitzeugeninterviews über das Arbeitslagerleben in Schwechat gezeigt.

„Für Musik ist unter anderem mit Forlore und dem Schwechater Musikerstammtisch gesorgt. Musik wurde zwar im Nationalsozialismus zur Folter oder Erniedrigung eingesetzt. Ohne die Kunst hätten aber einige Künstler nicht überlebt“, ist Seidl-Fischer überzeugt. Der musikalische Rahmen wird aus Liedern der 1920er-, 1930er- und 1940er-Jahre bestehen. „Zu jedem der Komponisten wird es Informationen geben“, kündigt die Organisatorin an.