Fünf Ford gestohlen: Männer verurteilt. Ungarische Autodiebe wurden bei Coup in Gramatneusiedl geschnappt. Vier Jahre Haft für Haupttäter, 20 Monate für Komplizen.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 02. August 2019 (04:15)
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Die angeklagten Ungarn verfrachteten die gestohlenen Pkw direkt in ihre Heimat.

Warum sich die beiden ungarischen Autodiebe (41 und 42 Jahre alt) ausgerechnet auf Fahrzeuge der Marke Ford spezialisiert hatten, konnte vor Gericht nicht geklärt werden. Die Angeklagten beschuldigten sich jedenfalls gegenseitig, Drahtzieher der Auto-Diebstahlserie gewesen zu sein.

Diese begann heuer am 22. Jänner in Parndorf und endete mit der Verhaftung der Männer am 29. Mai in der „Park & Ride“-Anlage Gramatneusiedl. Betroffen waren auch Autobesitzer im Bezirk Eisenstadt.

Die Kriminalpolizei hatte im Februar begonnen Parkplätze bei Bahnhöfen zu überwachen und waren dank der Zusammenarbeit mit den ungarischen Kollegen auf die Spur der Angeklagten gekommen.

Zusätzlicher Ärger für Autobesitzer

Vier Autos verschwanden spurlos, einmal scheiterten die Diebe beim Versuch, das Auto in Betrieb zu nehmen, das letzte gestohlene Auto wurde der Besitzerin zurückgegeben. Jene vier Autobesitzer, deren Fahrzeuge nach Ungarn entführt wurden, bekamen noch zusätzlich Ärger: Die ungarische Behörde schickte ihnen Strafen wegen Fahrens ohne Vignette auf der Autobahn. Die Autobesitzer wurden aufgefordert, jeweils 130 Euro zu bezahlen.

Zum Knacken der Türschlösser verwendeten die Autodiebe eine Schere. Die Wegfahrsperre wurde dann mit einem Tool überbrückt, wie es in Autowerkstätten beim Service verwendet wird, um eine Verbindung von der Fahrzeugelektronik zum Computer herzustellen.

Der 41-jährige Angeklagte gab zu, die Autos aufgebrochen und gestartet zu haben. Über die Grenze seien sie von seinem Komplizen gebracht worden. Dieser sei der Auftraggeber gewesen, behauptete der Jüngere. Der 42-Jährige bestritt dies. Sein Freund habe die Taten geplant.

Der 41-jährige, in Ungarn mehrfach vorbestrafte Angeklagte wurde zu vier Jahren Haft verurteilt, sein ebenfalls vorbestrafter Komplize zu 20 Monaten. Laut Schöffensenat habe er eine untergeordnete Rolle gespielt.