Gramat wird rot-blau. FPÖ lässt buntes Bündnis platzen und machte Erika Sikora (SP) zur Bürgermeisterin. Markus Vetter (FP) wird Vize.

Von Benjamin Mühlbacher. Erstellt am 10. März 2015 (15:27)
NOEN, privat
Erika Sikora
Heftiger Paukenschlag in Gramatneusiedl: Die geplante Koalition zwischen VP-Chef Patrick Rosner und Gramat Voran ist geplatzt. Gestützt hätten die Regierung — laut bereits unterzeichnetem Arbeitsübereinkommen — die Grünen und die FPÖ. Den ersten Schock setzte es dem ÖVP-Bürgermeisterkandidaten in der konstituierenden Gemeinderatssitzung diesen Montag, als die Wahl zum Ortschef 10:11 gegen ihn ausging.

Ich handle nicht nach Parteien, mir geht es um den Ort.“
Erika Sikora, wiedergewählte SPÖ-Bürgermeisterin

„Ich hatte noch um 17 Uhr mit FP-Chef Markus Vetter telefoniert, er hatte mir versichert, dass die Wahl wie geplant über die Bühne gehen wird“, so ein sichtlich entsetzter Patrick Rosner gegenüber der NÖN am Rande der Sitzung in Gramatneusiedl. Vetter will von einer solchen Unterhaltung nichts wissen, es habe zwar ein Telefonat gegeben, so Vetter zur NÖN, dabei sei es aber nur um die Anfahrt zur konstituierenden Sitzung gegangen.

Vetter selbst kandidierte nach der Wahlniederlage von Rosner — auf Vorschlag der SPÖ — als Vizebürgermeister. Für den Posten des Stadtchefs stand wieder SP-Chefin Erika Sikora auf der Kandidatenliste ganz oben. Sie wurde erneut zur Bürgermeisterin gewählt. Die Stimmung im Gramatneusiedler Gemeinderat war aufgeheizt, nachdem Sikora die Wahl 11:10 gewonnen hatte, ging auch die Wahl von Vetter als Stadtvize mit 11:10 mehr als knapp aus. Warum der Schwenk zur SPÖ vollzogen wurde, erklärte der FP-Chef so: „Wir hatten die Befürchtung, dass wir bei einer Kooperation mit der ÖVP zu kurz kommen und unser Wort nicht gehört wird.“ Nach Gesprächen mit der SPÖ, die in den vergangenen Tagen stattgefunden haben, sei für die Blauen klar gewesen, dass eine Ortsregierung mit den Sozialdemokraten die bessere Lösung für sie sei.

SP und FP gehen positiv in die Partnerschaft

Auch SPÖ-Chefin Erika Sikora sieht dem Bündnis mit guten Gefühlen entgegen: „Wir konnten die FPÖ-Politiker davon überzeugen, dass sie bei mir mehr mitreden können als bei den anderen Fraktionen. Wir werden in den kommenden fünf Jahren gut zusammenarbeiten“, so die SPÖ-Ortschefin gegenüber der NÖN. Patrick Rosner gab sie mit auf den Weg: „Er sollte künftig in den Verhandlungen nicht Personen ausschließen. Das Gleiche gilt für Gramat Voran. Das gehört einfach nicht in einen Gemeinderat.“ Gramat Voran und die Grünen waren bis Redaktionsschluss zu keiner Stellungnahme erreichbar.