Kurzparkzone bei Arzt sorgt für Ärger. 38 Parkplätze sollen Patienten zur Verfügung stehen. Die Bewohner von Winzergasse und Rebengasse sind wenig erfreut.

Von Theresa Puchegger. Erstellt am 17. Oktober 2018 (04:00)
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In der Rebengasse 4 sind zwei Wohnungen für eine Arztpraxis vorgesehen.
Sikora

38 Parkplätze rund um die Winzergasse 3 und die künftige Arztpraxis in der Rebengasse wurden vor Kurzem zur Kurzparkzone umfunktioniert. Von sieben bis 19 Uhr wochentags dürfen Autos hier nur noch maximal eineinhalb Stunden lang parken.

Mit dieser Maßnahme will die Gemeinde insbesondere für die künftige Arztpraxis, aber auch für den Kindergarten, den Standort der Volkshilfe und die Physiotherapie-Praxis Parkplätze freihalten. „Wir haben sie bereits vorsorglich reserviert, weil bei der Praxis von Doktor Waldrauch immer Verkehrschaos herrschte. Da mussten wir reagieren“, erklärt SP-Bürgermeisterin Erika Sikora.

"Wenn die Arztpraxis anläuft, werden wir das evaluieren"

Die Anrainer sind darüber wenig erfreut. Dass gleich 38 Parkplätze ganztägig zu Kurzparkplätzen wurden, hält ein Anwohner, der sich bei der NÖN meldete, für „maßlos übertrieben“. Auch bei der Bürgermeisterin selbst haben sich bereits mehrere Anrainer beschwert.

Sikora kann das aber nicht nachvollziehen. „Wenn die Arztpraxis anläuft, werden wir das evaluieren. Sollten es tatsächlich zu viele Parkplätze sein, können wir die Kurzparkzone immer noch verkleinern“, betont sie. Man müsse aber auch auf die Patienten und insbesondere auf ältere Menschen Rücksicht nehmen, die mit dem Auto zur Arztordination kommen müssen. „Es kann nicht sein, dass diese dort dann keinen Platz haben.“

Für die Bewohner gebe es jedenfalls genügend Parkplätze, sie müssen lediglich „ein paar Schritte zu Fuß gehen und können nicht vor der Haustür stehen bleiben“. Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, für jeden Bewohner „drei bis vier Parkplätze“ zur Verfügung zu stellen, betont Sikora.

„Parkplätze sind nicht Aufgabe der Gemeinde“

„Die Leute glauben immer, dass die Gemeinde das alles regeln muss. Aber wir sind nicht dazu da, auf Kosten aller für Parkplätze von Privatpersonen zu sorgen“, sagt die Bürgermeisterin. Außerdem können die Bewohner die Parkplätze über das Wochenende, aber auch über Nacht nutzen. „Sie sind ja nicht abgesperrt“, erklärt Sikora. Eigene Parksheriffs wird die Gemeinde für die Einrichtung der Kurzparkzone nicht einsetzen.

Der Ärger werde sich auch wieder legen, ist sich Sikora sicher. Auch als die Kurzparkzone beim Hauptplatz eingeführt wurde, habe es große Aufregung gegeben. „Heute redet kein Mensch mehr darüber. Man gewöhnt sich daran“, betont sie.

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