Platzmangel sorgt für Diskussion um Schulcampus. Eine Studie soll Möglichkeiten zur Erweiterung der beiden Schulen aufzeigen. Kritik kommt von VP.

Von Theresa Puchegger. Erstellt am 14. März 2019 (05:21)
Burggraf
In der Neuen Mittelschule wird, so wie in der Volksschule, der Platz knapp.

Wo die Schüler eigentlich essen sollten, wird seit Kurzem genäht und gehäkelt. Denn der Platzmangel in der Volksschule und der Neuen Mittelschule (NMS) fordert Kreativität: Eine Trennwand teilt den großen Speisesaal in der Volksschule, den man sich mit der NMS teilt. Im hinteren Teil des Saals findet nun ein Werkraum für Textiles Werken Platz. Gegessen haben die Mittelschüler dort ohnehin nie, jetzt können sie immerhin basteln.

Doch dieses Problem ist nur eines von vielen in den beiden benachbarten Schulen. Sie sind bereits jetzt an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt und werden mit den steigenden Schülerzahlen in den nächsten Jahren kaum mithalten können. Eine Bedarfsfeststellung hat gezeigt, dass in beiden Schulen jeweils zwei Klassenräume und einige Nebenräume fehlen. „Wenn wir weiter gute Bildung gewährleisten wollen, müssen wir ausbauen“, verkündete SP-Bürgermeisterin Erika Sikora in der letzten Gemeinderatssitzung. Ein Schulcampus, der beide Schulen umfasst, soll Abhilfe schaffen. Die Schulen sollen so gemeinsam erweitert werden – einige Räumlichkeiten, die in beiden benötigt werden, könnte man sich teilen.

Wenn man kein Geld in die Hand nimmt, wird bei dem Projekt nichts rauskommen.“ SP-Bürgermeisterin Erika Sikora kann mit der Kritik der VP nichts anfangen

Dafür braucht es nun aber erst einmal eine Machbarkeitsstudie, die zeigen soll, welche Möglichkeiten man an den bestehenden Standorten, die als gemeinsamer Campus betrachtet werden sollen, hat. Diese wurde in der Gemeinderatssitzung auch beschlossen – allerdings ohne die Stimmen der VP.

Die ist zwar prinzipiell für das Projekt, hatte an der Vorgehensweise aber einiges auszusetzen. „Es ist nicht professionell, wie es vorbereitet wurde. Es gibt nicht einmal eine Finanzierung dafür“, betont VP-Ortsparteiobmann Patrick Rosner. So kritisiert die VP etwa, dass die Machbarkeitsstudie, die 35.600 Euro exklusive Mehrwertsteuer kosten wird, nicht im Budget zu finden war.

Bürgermeisterin Sikora verteidigt Finanzierung

Sikora kann diese Kritik nicht nachvollziehen. Sie will das Projekt aus den Rücklagen finanzieren. „Dafür haben wir schließlich Rücklagen“, sagt sie, „die VP hält sich an Kinkerlitzchen fest. Es muss bald etwas geschehen. Wenn man kein Geld in die Hand nimmt, wird dabei nichts rauskommen.“

Weiters auf Kritik seitens der VP stößt, dass die Schulgemeinde der NMS, der auch Mitterndorf, Moosbrunn und Reisenberg angehören, nicht gefragt wurde, ob sie einen Teil der Kosten für die Studie übernimmt. Die SP begründet das damit, dass Verhandlungen mit den anderen Gemeinden über Kostenübernahmen oft langwierig und schwierig seien. „Wir wollten gleich eine Ideensammlung am Tisch haben, die wir ihnen vorlegen können“, betonte SP-Gemeinderat Thomas Schwab, dass man die Studie zuerst fertig haben wollte.

Rosner kann das nicht verstehen. „Selbst wenn die anderen Gemeinden nur 10.000 Euro übernehmen – wir haben ohnehin nicht sehr viel Geld, aber da haben wir es plötzlich“, meint er. Ebenfalls unverständlich ist für die VP, warum im Vertrag für die Studie mit der Firma Delta in Fischamend 80 Stunden und damit 8.800 Euro für Präsentationstermine angeführt sind. Die SP betont, dass auch weniger gezahlt werden muss, sollten weniger Stunden absolviert werden.

Mit den Stimmen von SP, Gramat Voran, FP und den Grünen wurde die Studie letztlich beschlossen – zwei VP-Mandatare enthielten sich, drei stimmten dagegen.