Einigkeit trotz Uneinigkeit in Ebergassing. Neue Zufahrt entzweit Gemeinderat. Vertrag mit Baufirma für neues Projekt dennoch einstimmig beschlossen.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 03. Januar 2020 (05:52)
Die Bürgermeister-Partei SPÖ präferiert die Straßenführung über den Güterweg und dann entlang des Windschutzgürtels in die Siedlung (rot). Die ÖVP will erst nach dem Windschutzgürtel abzweigen (türkis) und die Eber sind für eine weniger weit entferne Variante (blau).
Atlas NÖ

Fix ist noch nichts, die notwendige Änderung der Flächenwidmung steht noch aus. Fest steht bis jetzt nur, dass es eine neue Zufahrt in das Ebergassinger Siedlungsgebiet „Herrschaftliche Breite“ geben wird. Die Straße ist zudem so angedacht, dass sie in Zukunft als gesamter Umfahrungsring um den Ort genutzt werden kann.

Wo und wie diese Straße verlaufen soll, darüber herrscht im Gemeinderat jedenfalls Uneinigkeit. Geht es nach der absolut regierenden Bürgermeister-Partei SPÖ, wird die Trasse direkt vor dem neuen Abfallsammelzentrum starten. Genutzt werden soll dafür der bestehende Güterweg. Beim Windschutzgürtel ist dann eine Abzweigung in Richtung „Herrschaftliche Breite“ geplant.

ÖVP und „Die Eber“ haben jedoch andere Ideen. „Wir würden die Stichstraße in die Siedlung lieber 50 Meter nach dem Grüngürtel haben“, berichtet VP-Obmann Anton Hietz.

Bürgermeister-SPÖ hält an eigenen Plänen fest

Das ist laut SP-Bürgermeister Roman Stachelberger kein Thema. Zudem vermutet er eine unlautere Aktion der ÖVP, um den landwirtschaftlichen Ertrag des Eigentümers zu schmälern. Immerhin sei Hietz ebenfalls im Brotberuf Bauer. Die „Eber“ wiederum können zwar mit der Stichstraße entlang des Windschutzgürtels leben, würden den Straßenbeginn an der Landstraße aber näher zum Ort setzen. „Aus unserer Sicht ist die Umfahrung in der Variante der SPÖ zu weit außerhalb. Wir fürchten, dass sie so nicht angenommen wird“, erklärt „Eber“-Gemeinderat Christoph Antel.

Diesbezüglich keinerlei Bedenken hegt hingegen Ortschef Stachelberger. „Das Ziel war, die Straße möglichst weit weg vom Siedlungsgebiet zu errichten. Wir arbeiten seit 2016 an dem Plan und es gab dazu viele Gespräche mit Experten. Die haben gesagt, dass das so gehört“, unterstreicht der Bürgermeister. Einen Seitenhieb in Richtung „Eber“ kann er sich zudem im NÖN-Gespräch nicht verkneifen: „Wir haben drei Jahre lang verhandelt, interessiert haben sie sich nie dafür. Aber in der Gemeinderatssitzung haben sie dann auf einmal eine Idee. Das ist aber zu spät.“

Apropos Gemeinderatssitzung: Besagte Straße wird von der Baufirma „Etzi-Bau“ für deren Projekt mit Einfamilien- sowie dreigeschoßigen Wohnhäusern errichtet. Danach geht sie in Gemeindebesitz über. Baubeginn soll 2020 sein. Damit die Baufirma weiterarbeiten kann, wurde im Gemeinderat ein Baulandsicherungsvertrag beschlossen. Nach einigen Unklarheiten und einer Überarbeitung schließlich einstimmig.